In einem wegweisenden Urteil, das einen daran zweifeln lässt, ob Schulen jemals ihre eigenen Richtlinien gelesen haben, hat der High Court den dauerhaften Ausschluss eines 10-jährigen autistischen Jungen aufgehoben, der ein nachgebautes Schmetterlingsmesser mit in die Schule gebracht hatte. Das Messer, das ungeschärfte Klingen und abgerundete Enden hatte, wurde einem Freund gegeben, der es in einer Auseinandersetzung auf dem Schulhof benutzte, ohne nennenswerte Verletzungen zu verursachen. Der Richter, Alan Bates, merkte an, dass die Waffe eher ein 'Fidget-Spielzeug' als ein Trainingsmesser gewesen sein könnte, aber die Schule - Teil der Lift-Academy-Kette - beschloss, den Jungen trotzdem dauerhaft auszuschließen.

Der Richter war nicht beeindruckt. Er äußerte eine Reihe von Bedenken hinsichtlich der Entscheidungsfindung der Schule, einschließlich der Frage, ob die Strafe verhältnismäßig war. Er erinnerte alle daran, dass der dauerhafte Ausschluss 'ein letztes Mittel' sein sollte und dass Schulen sorgfältig prüfen sollten, ob die Rückkehr eines Schülers jemanden ernsthaft gefährden würde. Er schlug auch vor, dass das Bildungsministerium (DfE) seine Richtlinien aktualisieren sollte, die er als 'fairerweise' unklar oder unvollständig bezeichnen könnte - ein bisschen wie der Entscheidungsprozess der Schule.

Die Mutter des Jungen, die gegen den Ausschluss kämpfte, sagte, sie hoffe, dass das Urteil anderen Kindern helfe. 'Mein Sohn und ich waren beide so aufgewühlt', sagte sie und fügte hinzu, dass sie fast aufgegeben hätte, aber entschlossen war, die Entscheidung anzufechten. Ihr Anwalt, Angelo Monni von Duncan Lewis, nannte das Urteil eine 'Bestätigung' und sagte voraus, dass es erheblichen Einfluss auf die künftige Handhabung dauerhafter Ausschlüsse haben werde.

Lift-Schulen sagten, sie respektierten das Urteil des Gerichts und überprüften ihre eigenen Ausschlussrichtlinien. Das DfE betonte unterdessen erneut, dass der dauerhafte Ausschluss nur ein letztes Mittel sein sollte und dass Schulleiter besondere Bildungsbedürfnisse berücksichtigen müssen. Dies geschieht, während DfE-Daten zeigen, dass es im Herbstsemester 2024-25 in England 3.700 dauerhafte Ausschlüsse gab, davon 85% in weiterführenden Schulen. Es ist höchst ungewöhnlich, dass ein solcher Fall bis zum High Court gelangt, aber anscheinend zeigt sich dann, dass einige Schulen eine rechtliche Ohrfeige brauchen, um sich daran zu erinnern, was 'letztes Mittel' bedeutet.