Jahrelang war die Bestellung eines Venti-Eiskaffees mit leichtem Magermilch eine einfache, vier-Klicks-Angelegenheit in der Starbucks-App. Letzte Woche führte das Unternehmen eine ChatGPT-Integration ein und versprach eine neue Ära des konversationellen Bestellens. Das Ergebnis war eine Meisterklasse unnötiger Komplikation.
Der Beginn des Prozesses ist trügerisch einfach: ChatGPT öffnen und '@Starbucks' plus die Bestellung eingeben. Die KI antwortet nicht mit einer Bestätigung, sondern mit einer wortreichen Beschreibung des gewählten Getränks. Um die Bestellung tatsächlich aufzugeben, muss man dann ein Pop-up-Menü navigieren, 'Anpassen' auswählen und Größe sowie Milchpräferenz manuell spezifizieren. Dieses gesamte Ritual dauert bereits länger als die Nutzung der Standard-App.
Die Erfahrung entfaltet sich weiter, wenn man versucht, ein zweites Getränk hinzuzufügen. Eine Anfrage nach 'dem fruchtigen Tee' ergab eine vernünftige, aber falsche Vermutung von Eistee mit Zitrone. Nachdem der Nutzer ihn korrekt als Passion-Tango-Tee identifizierte, bot die KI eine weitere enthusiastische Beschreibung an, die eine weitere Runde manueller Anpassung erforderte.
Dann kamen die Systemgrenzen. Als Nutzer der kostenlosen Version stieß der Autor mitten in der Bestellung auf eine Nachrichtenobergrenze und erhielt ein ominöses Pop-up. Ein Versuch, zur Kasse zu gehen, offenbarte, dass ChatGPT den falschen Standort hatte und Filialen eine halbe Bundesland entfernt auflistete. Die Kartenansicht zur Korrektur dieses Fehlers lieferte eine 'Hoppla! Etwas ist schiefgelaufen'-Nachricht. Unmittelbar danach erklärte ein weiteres Pop-up, der Nutzer sei 'aus Nachrichten' und würde für fünf Stunden auf ein minderwertigeres Modell herabgestuft.
In einer letzten, absurden Wendung führte der Neustart mit dem herabgestuften Modell zu einer sanften Enttäuschung. Die KI erklärte: 'Ich kann Ihre Bestellung nicht direkt aufgeben oder sie in einen echten Warenkorb legen,' und bot stattdessen an, den Nutzer durch die Nutzung der Standard-Starbucks-App zu führen, ohne Erinnerung an den vorherigen, gescheiterten Versuch.
Das Kernproblem könnte eines der vorgestellten Anwendungsfälle sein. Starbucks' eigener Blog schlägt vor, die KI mit Anfragen wie 'Empfehlen Sie ein Getränk, das zur Stimmung meines Outfits passt' zu prompten. Dies positioniert Kaffeebestellung als kreative, konversationelle Erfahrung statt als das, was sie grundlegend ist: eine Transaktion, die am besten schnell abgeschlossen wird, besonders bevor Koffein verabreicht wurde.