Als Anton Kiriwas zum ersten Mal ein Bild von Mond und Mars entdeckte, das über einem Jobmesse-Stand im College hing, beflügelte es seine Fantasie, fühlte sich aber wie ein zu ferner Traum an. Er konnte nicht ahnen, dass er Jahre später eine entscheidende Rolle in den Artemis-Missionen der NASA spielen würde und dabei half, Menschen zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert zurück zum Mond zu bringen.
Kiriwas‘ Reise zur NASA begann während des Space-Shuttle-Programms, als er für die United Launch Alliance arbeitete – dieselbe Organisation, die hinter dem denkwürdigen Mond- und Mars-Stand stand, an dem er im College vorbeiging. Kurz darauf wechselte er als Beamter zur NASA und entwarf elektrische Systeme, die ihn auf den Weg zu seiner jetzigen Position als Senior Technical Integration Manager bei den Exploration Ground Systems brachten. Einfacher ausgedrückt: Kiriwas ist ein Problemlöser.
Ein Kernbestandteil von Kiriwas‘ Rolle ist die des Startprojekt-Ingenieurs. Strategisch positioniert am Integrationspult in der Mitte des Firing Room 1 des Launch Control Centers im Kennedy Space Center der Agentur in Florida fungiert er als Brücke zwischen Testmanagement und Ingenieurteams. Kiriwas berichtet zusammen mit den anderen Startprojekt-Ingenieuren direkt an den Startdirektor und gibt die endgültige technische Empfehlung zu allen Problemen, die während des Startcountdowns auftreten können. Von diesem Platz aus arbeitet er über alle technischen Disziplinen hinweg, vereint unter einer Mission: das Raumschiff und die Besatzung sicher zu starten.
Trotz der Intensität des Starttages beschreibt Kiriwas, dass er sich oft leichter anfühlt als die Hunderte von Proben und Simulationen, die ihm vorausgehen. Das Team trainiert rigoros und bereitet sich auf jedes erdenkliche Szenario vor. Der ideale Tag ist reibungslos und ereignislos, aber wenn er es nicht ist, sind er und das Team bereit.
Wenn ein Problem auftritt, beginnen Kiriwas und sein Team mit den grundlegenden Fragen: „Was sind die Anforderungen? Welche Systeme sind betroffen? Wer muss einbezogen werden?“ Er bringt die technische Gemeinschaft zusammen, um die Situation zu bewältigen, Fehlerbehebungen zu entwickeln und letztendlich die Empfehlung für ein „Go“ oder „No-Go“ für den Start zu geben. Es erfordert Klarheit, Erfahrung und Disziplin, besonders in Momenten, in denen die Aufregung groß ist.
„Es gibt Adrenalin, um zu starten, aber man muss aufpassen, dass daraus nie ‚Startfieber‘ wird“, sagte Kiriwas. „Wir müssen genau dann starten, wenn wir bereit sind, und keine Sekunde früher.“
Nach Abschluss von Artemis II wendet Kiriwas weiterhin seine Problemlösungskompetenz an, analysiert gewonnene Erkenntnisse und gestaltet zukünftige Missionsanforderungen. Die Hardware für Artemis III wird derzeit im NASA Kennedy verarbeitet, und die Teams bereiten sorgfältig die nächsten Schritte der NASA-Rückkehr zur Mondoberfläche vor.
„Es gibt eine Million kleiner Teile, die dazu beitragen, und ich darf ein Teil davon sein“, sagte Kiriwas.