In dem, was man nur als das Tech-Äquivalent einer Promi-Scheidung bezeichnen kann, haben Elon Musk und Sam Altman die letzten drei Wochen in einem Bundesgericht in Kalifornien verbracht und Beschwerden vorgebracht, die einen Reality-TV-Produzenten vor Freude weinen lassen würden. Im Kern dieses juristischen Showdowns steht Musks Behauptung, sein ehemaliger Freund und Mitgründer habe 'eine Wohltätigkeitsorganisation gestohlen' – konkret, dass Altman über sein Engagement für den Non-Profit-Status von OpenAI gelogen und Musk um ein Vermögen gebracht habe (zugegebenermaßen ein winziges nach Musks Maßstäben). Altman bestreitet dies natürlich mit der Inbrunst von jemandem, der wirklich, wirklich nicht seine Milliarden zurückgeben will.
Doch der Prozess war weit mehr als ein einfaches 'Er sagte, sie sagte'. Eine Parade von Tech-Größen trat vor, um dem reichsten Mann der Welt zu widersprechen. OpenAI-Mitgründer Ilya Sutskever, das ehemalige Vorstandsmitglied Tasha McCauley und Microsoft-Chef Satya Nadella sagten alle aus, sie hätten nie von einer Zusage Musks gehört, OpenAI gemeinnützig zu halten. Nadella, dessen Firma Milliarden in OpenAI investierte, betonte, Microsoft habe 'umfassende Due Diligence' betrieben – was auf Konzernsprache bedeutet: 'Wir haben das Kleingedruckte geprüft, und alles ist in Ordnung.'
Auch Altmans Glaubwürdigkeit bekam einen Dämpfer. Musks Anwalt Steven Molo eröffnete das Kreuzverhör mit dem Spruch: 'Sind Sie völlig vertrauenswürdig?' Altmans ausweichende Antwort – 'Ich glaube schon' – weckte nicht gerade Vertrauen. Die Geschworenen hörten von Altmans umfangreichen Investitionen in private Start-ups, darunter ein Anteil von 1,5 Milliarden Dollar am Kernenergieunternehmen Helion Energy, das noch kein einziges Watt Strom geliefert hat. Denn nichts sagt 'vertrauenswürdig' wie eine große Wette auf ein Unternehmen, das genauso gut ein fusionbetriebenes Einhorn sein könnte.
Der Prozess bot auch eine Reihe farbenfroher Charaktere. Richterin Gonzalez Rogers führte ein strenges Regiment mit nur zwei 20-minütigen Pausen pro Tag und ohne Mittagessen – denn die Gerechtigkeit wartet auf niemanden, nicht einmal auf Ihr Sandwich. Sie bemerkte trocken zu Audio-Problemen: 'Was soll ich sagen? Wir werden von der Bundesregierung finanziert.' Gerichtszeichnerin Vicki Behringer hielt das Drama in Aquarell fest, denn anscheinend ist Video-Streaming zu hochtechnologisch für einen Prozess über KI.
Auch persönliche Dramen standen im Mittelpunkt. Musk geriet aus der Fassung, als er nach seiner Beziehung zu Neuralink-Managerin Shivon Zilis gefragt wurde, die Mutter von vier seiner Kinder ist. Sie sagte aus, Musk habe ihr sein Sperma angeboten, nachdem er bemerkt hatte, dass sie keine Kinder hatte – nicht gerade ein typisches Gespräch im Vorstandszimmer. Zilis bezeichnete sich in Textnachrichten als 'Elon-Flüsterin', aber auf dem Zeugenstand klang sie fast roboterhaft, was entweder ironisch oder sehr passend ist.
Für Außenstehende bot der Prozess einen Crashkurs in den Machtdynamiken des Silicon Valley. Mitgründer unter Wert abgeben? Schenken Sie ihnen kostenlose Teslas (angeblich war das Elon). Loyalität wollen? Zahlen Sie Ihrem strategischen Partner etwas extra (angeblich war das Sam). Textnachrichten offenbarten Altmans panische Reaktion auf seine Absetzung 2023, als er einen Kollegen fragte: 'Willst du mich immer noch nicht?' Derselbe Kollege beschrieb seinen Nachfolger als 'Rando-Twitch-Typ' – in Anspielung auf Twitch-Chef Emmett Shear. Denn wenn man Milliarden wert ist, sind alle anderen nur Hintergrundgeräusche.
Letztlich hat sich die Jury nun zurückgezogen, um zu entscheiden, ob Musks Klage berechtigt ist, wobei Richterin Rogers das letzte Wort hat. Aber unabhängig vom Urteil ist eines klar: Diese beiden Männer kontrollieren Technologie, die Milliarden von Leben beeinflusst, und sie streiten sich wie Kinder um das größere Stück vom Kuchen. Wir halten Sie auf dem Laufenden, aber halten Sie nicht die Luft an – Gerechtigkeit, wie eine gute Gerichtsskizze, braucht Zeit.