Der Mann, der beschuldigt wird, das Palisades-Feuer entzündet zu haben, hatte offenbar einen rauen Silvesterabend – keine Pläne, eine gescheiterte Beziehung und eine brodelnde Wut auf die ganze Welt. Laut Gerichtsdokumenten der Staatsanwaltschaft war Jonathan Rinderknecht, 29, angeblich in übler Laune, bevor die ersten Flammen auftauchten, und schimpfte gegenüber Uber-Fahrgästen darüber, „sauer auf die Welt“ zu sein.
Rinderknecht hat auf nicht schuldig plädiert, was zu einem der verheerendsten Waldbrände Kaliforniens führte, der am 7. Januar 2025 in den Hügelvierteln von Pacific Palisades und Malibu ausbrach und 12 Menschen tötete. Die Staatsanwaltschaft sagt, er habe tatsächlich am 1. Januar ein Feuer gelegt, das eine Woche lang unentdeckt in Wurzelsystemen schwelte, bevor es wieder aufflammte. Sein Prozess ist für den 8. Juni angesetzt.
Die Verteidigung sieht die Dinge natürlich anders. Rinderknechts Anwalt Steve Haney argumentiert, sein Mandant werde als Sündenbock für das Versagen der Feuerwehr von Los Angeles benutzt, das frühere Feuer vollständig zu löschen. Haney verwies auf eine Aussage, in der ein Feuerwehrmann bezeugte, dass der Boden am 2. Januar noch schwelte und Vorgesetzte über heiße Stellen informiert wurden. Ein Brandmeister behauptete jedoch, er sei viermal um den Umfang gelaufen und habe sichergestellt, dass alle heißen Stellen gelöscht seien. Der neu ernannte Feuerwehrchef Jaime Moore hat einen unabhängigen Bericht in Auftrag gegeben, um die widersprüchlichen Aussagen zu klären.
Die Staatsanwaltschaft zeichnet ein farbenfroheres Bild: Zeugen beschrieben Rinderknecht, wie er an Silvester unberechenbar fuhr und dabei über Luigi Mangione (den angeklagten Mörder von UnitedHealthcare-CEO Brian Thompson), Kapitalismus und Selbstjustiz schimpfte. Auf die Frage von Ermittlern, warum jemand in den Palisades Brandstiftung begehen könnte, antwortete Rinderknecht angeblich, es wäre „aus Groll gegen die Reichen, die ihr Geld genießen, während wir im Grunde von ihnen versklavt werden“. Er erwähnte auch angeblich Mangiones angebliches Verbrechen.
Haney betonte in einer E-Mail die Unschuld seines Mandanten und fügte einen sarkastischen Seitenhieb hinzu: „Das angebotene Motiv, dass mein Mandant an Silvester ein Feuer gelegt hat, weil er kein Date hatte, spricht für sich.“