Der Activewear-Riese Lululemon hat seine Yogahosen mit einer Series-A-Investition von 30 Millionen Dollar in Syntetica in den Ring geworfen, ein französisches Startup, das behauptet, zwei Arten von Nylon recyceln zu können, die derzeit schwerer zu trennen sind als siamesische Zwillinge. CEO Marco Bertone erklärte gegenüber TechCrunch, dass Nylon 6 und Nylon 6,6 ein Albtraum bei der Sortierung von Textilabfällen seien, weshalb sie auf Mülldeponien landen – zusammen mit deinen vergessenen Neujahrsvorsätzen.

Mode-marken sind plötzlich auf Kreislaufwirtschaft aus, vor allem weil Kunden sie verurteilen – und weil geopolitische Ölturbulenzen die Nylonpreise volatiler gemacht haben als einen Reality-TV-Star. Bertone merkt an, dass Marken, die auf erdölbasierte Synthetikstoffe setzen, „massive Schocks“ erlitten haben, was auf Startup-Deutsch so viel heißt wie „wir haben es euch ja gesagt“. Synteticas Lösung: Nylon zu Pellets recyceln, nicht zu Stoff, denn anscheinend ist die Herstellung von Rohmaterial weniger glamourös, aber pragmatischer.

Das Startup hat bereits Partnerschaften mit Lululemon, Victoria's Secret und Etam geschlossen, und ein marktreifes Recyclingprojekt wird für Anfang nächsten Jahres erwartet. Es hat auch Unterstützung von MAS Holdings, was ungewöhnlich ist, dass ein Supply-Chain-Riese in einen unerprobten Spieler investiert – aber hey, in der Not frisst der Teufel synthetische Fliegen. Synteticas Geheimwaffe umfasst einen CTO, der das Northvolt-Batterie-Desaster überlebt hat, und einen Chemieforscher, den man über einen Startup-Vermittlungsbeschleuniger kennengelernt hat. Denn nichts sagt „nachhaltige Chemie“ wie eine Dating-App für Gründer.

Das Unternehmen plant, weltweit Anlagen in der Nähe von Abfall- und Textilproduktion zu bauen, aber derzeit konzentriert es sich auf die Produktion von Hunderten Tonnen Pellets pro Jahr. Frankreich beteiligt sich an den Kosten über den Fonds Ecotechnologies 2 von Bpifrance und den Europäischen Innovationsrat, was Teil eines breiteren Plans ist, Europa weniger abhängig von fossilen Brennstoffen zu machen – und abhängiger von französischen Startups. Zu den Konkurrenten gehören enzymatische Plastikfresser und der Chemieriese BASF, aber Bertone drückt ihnen allen die Daumen: „Wenn jeder auf Dutzende Fabriken skalieren würde, hätten wir dieses Problem immer noch nicht gelöst. Jeder muss erfolgreich sein, damit wir als Gesellschaft erfolgreich sind.“ Oder, wie Lululemon es sagen würde: „Gemeinsam stecken wir alle in diesem dehnbaren, kreislauforientierten Schlamassel.“