Eine politische Lobbying-Firma, die offenbar dachte, Journalismus sei nur PR mit einem cooleren Namen, sieht sich nun Forderungen gegenüber, reinen Tisch zu machen, weil sie Journalisten für wohlwollende Berichterstattung bezahlt hat – eine Praxis, die Kritiker als 'gefährlichen Angriff auf die Demokratie' bezeichnen, was allgemein als schlimmer gilt als ein milder Angriff auf die Demokratie.

CT Group, Mitbegründet von Wahlkampf-Guru Lynton Crosby (der offenbar alle von David Cameron bis Boris Johnson beraten hat, denn warum eine Serie fragwürdiger Entscheidungen durchbrechen?), wurde nach einer viermonatigen Guardian-Untersuchung enttarnt. Die Firma soll Journalisten bezahlt haben, um angeblich unabhängige Geschichten in Zeitungen zu platzieren, und bot sogar finanzielle Anreize für einen Kunden aus der Immobilienbranche. Im Gegenzug erhielt die CT Group mehr redaktionelle Kontrolle – denn nichts sagt 'unabhängiger Journalismus' so sehr wie ein Lobbyist, der den Rotstift schwingt.

Alastair McCapra, CEO des Chartered Institute of Public Relations, nannte es 'einen Angriff auf die Ethik des Journalismus, der Öffentlichkeitsarbeit und in der Tat auf die Demokratie.' Jemimah Steinfeld, CEO von Index on Censorship, nannte es 'schlichtweg gefährlich.' Steve Goodrich von Transparency International UK warnte, es 'untergrabe die Integrität der Presse.' Und Luke Taylor, ein liberaldemokratischer Abgeordneter, sagte, wir bräuchten 'vollständige Transparenz darüber, wann Geld bei der Berichterstattung den Besitzer gewechselt hat.' Mit anderen Worten: Alle sind sich einig, dass das schlecht ist – was etwa so selten ist wie ein Lobbyist, der zugibt, zu lobbyieren.

Die CT Group, die einen Jahresumsatz von 40 Millionen Pfund hat und zu deren Kunden Philip Morris und Manchester City gehören, reagierte mit einem klassischen Nicht-Dementi: 'Wir kommentieren nicht öffentlich die Arbeit, die wir für Kunden leisten.' Es hieß, die Ereignisse seien 'bewusst falsch dargestellt' worden und der Undercover-Journalist habe uns 'über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten unerbittlich verfolgt.' Denn nichts sagt 'ethisches Lobbying' so sehr wie dem Reporter die Schuld dafür zu geben, dass er seinen Job macht.

Abgeordnete und Aktivisten fordern nun eine Überarbeitung der Lobbying-Regeln. Rupa Huq, eine Labour-Abgeordnete, beschrieb Lobbying als 'den Wilden Westen' und äußerte die Hoffnung, dass die 'neue Regierung von Andy Burnham' das Problem in den Griff bekomme – wobei die Leser beachten sollten, dass Andy Burnham der Bürgermeister von Greater Manchester ist, nicht der Premierminister, was entweder auf eine Verwechslung oder einen sehr spezifischen föderalistischen Traum hindeutet.

Die Untersuchung hob auch die Verletzlichkeit freiberuflicher Journalisten hervor, die oft unregelmäßige und schlecht bezahlte Arbeit haben. Martin Bright, Senior Lecturer für Journalismus an der University of Essex, warnte: 'Wenn Reporter von privaten Unternehmen dafür bezahlt werden, Geschichten in Zeitungen zu platzieren, verletzt das die wesentliche Pufferzone zwischen Lobbying und Journalismus.' Und auch die wesentliche 'Sei nicht shady'-Zone, die offenbar genauso durchlässig ist.