Gerade als Labour dachte, mit einem Nachwahlkampf den Deckel auf die internen Unmutsblasen gesetzt zu haben, sprudeln die Ängste um Sir Keir Starmer wieder hoch. Der Verteidigungsinvestitionsplan (DIP) des Premierministers sollte Führungsstärke und Umsetzungskraft demonstrieren – stattdessen ist er das neueste Exponat im Fall gegen seine Fähigkeit, Dinge zu erledigen.

Verteidigungsminister John Healey trat am Donnerstag zurück und erklärte, die vorgeschlagenen Militärausgaben „blieben weit hinter dem Notwendigen zurück“. Sein Nachfolger Dan Jarvis – ein Veteran aus Nordirland, Kosovo, Irak und Afghanistan – hat nun die undankbare Aufgabe, diese Peinlichkeit nächste Woche den NATO-Verteidigungsministern zu erklären. Zur allgemeinen Hektik trug auch der Streitkräfteminister Al Carns bei, der noch als Minister Fernsehinterviews gab und sagte: „Mein Job ist es, das Schiff zu stabilisieren“, nur um eine Stunde später von Bord zu springen und zurückzutreten. Carns hatte diesem Reporter zuvor gesagt: „Wenn ein Führungskampf beginnt, habe ich keine Angst vor Gewehrfeuer.“

Über dieses Chaos blicken potenzielle Herausforderer wie Andy Burnham, Wes Streeting und Carns selbst. Downing Street und das Finanzministerium, angeschlagen und außer Atem, behaupten, sie hätten verbissen versucht, einen Verteidigungsdeal zu finden, den sie den Streitkräften, der Regierung und dem Land verkaufen könnten. Beim ersten sind sie gescheitert, beim zweiten haben sie sich schwergetan, und zum dritten sind sie noch gar nicht gekommen. Starmers Verbündete bestehen darauf, dass er mit teuflischen Abwägungen ringt: einer lahmenden Wirtschaft, hohen Steuern, steigenden Sozialausgaben und einer gefährlichen Welt, die enorme Verteidigungsausgaben verlangt. Andere Ministerien wurden bereits angewiesen, mit Kürzungen zu rechnen, um das Militär zu finanzieren. Die Konservativen sagen, die Sozialhilfe müsse gekürzt werden. Starmer muss sich nun wieder aufrappeln und für seine strauchelnde Amtszeit werben – eine Aufgabe, die von Stunde zu Stunde schwieriger zu werden scheint.