Antikörper sind die unbesungenen Helden Ihres Immunsystems, aber sie sind auch die Arbeitstiere in Biologielabors überall. Müssen Sie herausfinden, wo ein Protein in einer Zelle lebt? Antikörper. Wissen wollen, welche Gewebe dieses Protein herstellen? Antikörper. Herausfinden, ob ein Protein eine ausgefallene chemische Modifikation erhalten hat? Sie haben es erraten: Antikörper. Und für viele Forscher ist der einfachste Weg, diese kleinen Helfer zu bekommen, sie bei einer Firma zu bestellen, die sie bequem über Nacht liefert.

Aber hier ist der Haken: Diese Firmen präsentieren ihre Antikörper oft mit Bildern von leuchtenden Banden und gefärbten Zellen – als Beweis, dass sie funktionieren. Im Mai bemerkte Reese Richardson, ein Postdoc an der Northwestern University, dass einige dieser 'Beweis'-Bilder ein wenig zu gut aussahen. So nach dem Motto 'Kopieren, Einfügen, Splice und Rauschen herausfiltern'. Die Art von Manipulation, die dazu führen würde, dass ein Paper zurückgezogen wird, schneller als man 'Peer Review' sagen kann. Neugierig (und wahrscheinlich ein wenig entsetzt) tat sich Richardson mit Sholto David zusammen und automatisierte die Suche nach zwielichtigen Bildern im Antikörper-Marktplatz.

Ihre gründliche Jagd förderte etwas Erstaunliches zutage: Über 17.000 kommerzielle Antikörper werden mit manipulierten Bildern vermarktet. Das sind 16 verschiedene Firmen, und fast 7% der untersuchten Bilder zeigten Anzeichen von Manipulation. Wir sprechen über Entfernung von Hintergrundrauschen, Kopieren und Einfügen von Daten und glatte Fälschung. Sie fanden diese Schätze innerhalb der ersten 25 Bilder, die sie ansahen – was je nach Perspektive entweder beeindruckende Effizienz oder zutiefst alarmierend ist.

Die Konsequenz? Wenn Sie einen Antikörper kaufen, der knackige, saubere Ergebnisse erwarten lässt, und stattdessen ein Durcheinander bekommen, werden Sie sich wahrscheinlich selbst die Schuld geben. Sie werden Wochen mit Fehlersuche verbringen, Puffer optimieren, Temperaturen anpassen – nur um festzustellen, dass der Antikörper nie in der Lage war, das hübsche Bild zu produzieren. Zeit verschwendet, Geld weg, und ein anhaltendes Gefühl des persönlichen Versagens. Aber hey, wenigstens sahen die Bilder gut aus.

Nature kontaktierte die betreffenden Firmen, und ihre Antworten reichten von 'wir werden uns darum kümmern' bis 'wir sehen darin kein Problem'. In der Zwischenzeit mögen Forscher, die unzählige Stunden mit widerspenstigen Antikörpern verbracht haben, anderer Meinung sein. In einer Welt, in der Wissenschaft schon schwer genug ist, ist es das i-Tüpfelchen, auch noch anzuzweifeln, ob Ihre Werkzeuge das sind, was sie versprechen.