Drei Menschen sind nach einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der BBC mit. Denn nichts sagt „erholsamer Urlaub“ wie eine durch Nagetierurin übertragene Atemwegserkrankung.

Die WHO meldete einen bestätigten und fünf Verdachtsfälle. Ein 69-jähriger Brite liegt nun auf der Intensivstation in Johannesburg, Südafrika. Lokale Behörden teilten der BBC später mit, dass er das Virus habe. Hantavirus wird normalerweise durch Urin oder Kot von Nagetieren auf Menschen übertragen und kann schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Selten kann es auch zwischen Menschen übertragen werden – nur um die Sache interessant zu machen.

Der Ausbruch wurde an Bord der MV Hondius gemeldet, einem 107,6 Meter langen Polarkreuzfahrtschiff von Oceanwide Expeditions, das von Argentinien nach Kap Verde unterwegs war. Das Schiff bietet Platz für 170 Passagiere in 80 Kabinen sowie 57 Besatzungsmitglieder, 13 Reiseleiter und einen Arzt – der vermutlich gerade ziemlich beschäftigt ist.

Das britische Außenministerium teilte der BBC mit, es beobachte die Lage und sei bereit, britische Staatsbürger zu unterstützen. Foster Mohale, ein Sprecher des südafrikanischen Gesundheitsministeriums, sagte, es befänden sich etwa 150 Touristen aus verschiedenen Ländern an Bord. Vor der WHO-Bestätigung der drei Todesfälle hatte Mohale der BBC mitgeteilt, dass mindestens zwei Menschen gestorben seien: ein 70-jähriger Mann und eine 69-jährige Frau, ein niederländisches Paar. Der Mann erkrankte plötzlich mit Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Durchfall und starb bei der Ankunft auf der Insel St. Helena. Die Frau erkrankte ebenfalls an Bord und wurde nach Südafrika evakuiert, wo sie in einem Krankenhaus in Johannesburg starb.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf eine Quelle, dass das dritte Todesopfer noch an Bord sei und Gespräche darüber liefen, ob zwei weitere kranke Passagiere in einem Krankenhaus auf Kap Verde unter Quarantäne gestellt werden sollten. Das Schiff werde dann voraussichtlich zu den spanischen Kanarischen Inseln weiterfahren. Die WHO erklärte, sie helfe bei der Koordinierung zwischen den Mitgliedsstaaten und dem Schiffsbetreiber für die medizinische Evakuierung von zwei symptomatischen Passagieren sowie bei einer vollständigen Risikobewertung für die öffentliche Gesundheit und der Unterstützung der noch an Bord Befindlichen.