In einer Welt, in der politischer Diskurs etwa so harmonisch ist wie eine Katze in einem Dudelsackwettbewerb, hat der Guardian eine kulinarische Waffenruhe zwischen zwei Briten inszeniert, die sich in… nun ja, so ziemlich allem, was mit dem Klima zu tun hat, uneinig sind. David, ein 'extrem linker' Biologe, der Elefanten in Botswana und Orang-Utans in Sumatra erforscht hat, und Don, ein pensionierter IT-Manager, der sich nach einem Leben als konservativer Wähler kürzlich für 'unpolitisch' erklärte, setzten sich im Castle in Farnham, Surrey, zu einem Essen zusammen. In einem Punkt waren sie sich einig: Das politische System bricht auseinander. Alles andere? Da geht der Soufflé der Uneinigkeit auf.

Don, 74, ist kein Klimaleugner – beteuert er – aber er findet das ganze Netto-Null-bis-2050-Ding etwas ambitioniert. „Warum sollte sich Großbritannien selbst lahmlegen, wenn die vier größten Verschmutzer etwa 60 % der CO2-Emissionen produzieren?“, fragt er und schlägt ein gemächlicheres Ziel von 2060 vor. „Die Leute machen sich Sorgen, wie sie Essen auf den Tisch bringen.“ David hingegen weist darauf hin, dass wir das 1,5-Grad-Ziel bereits überschritten haben und dass Inkrementalismus eine „falsche Prämisse“ sei, die zum Zusammenbruch des Ökosystems führe. „Wir müssen die Förderung fossiler Brennstoffe so schnell wie möglich stoppen“, sagt er und fügt hinzu, dass wir „handeln müssen, als ob es eine Krise wäre.“ Denn offenbar haben wir bisher so getan, als wäre es eine leichte Unannehmlichkeit.

Die beiden fanden Gemeinsamkeiten beim Versagen der politischen Parteien, eine kohärente Führung zu bieten, gingen aber bei der Verantwortlichkeit auseinander. David, der Südafrikas Wahrheits- und Versöhnungskommission miterlebt hat, sorgt sich, dass sie „Leute buchstäblich mit Mord davonkommen ließ.“ Don, der davon in den Nachrichten gelesen hat, hält sie für „eine gute Idee.“ Beide waren sich einig, dass die Medienpolarisierung den Diskurs vergiftet hat – obwohl Don sowohl den Telegraph als auch den Guardian liest, also ist er praktisch ein Diplomat. Sie tauschten keine Kontaktdaten aus. Vielleicht treffen sie sich beim nächsten Klimagipfel wieder, falls es uns dann noch gibt.