Hyundai Motor Company möchte etwas klarstellen: Sein Plan, bis 2028 humanoide Roboter einzusetzen, ist absolut, positiv nicht der Grund, warum seine südkoreanischen Arbeiter streiken. Es geht um Löhne, Boni und Rentenalter – völlig normale Dinge, die definitiv nichts mit Robotern zu tun haben.

Der Autobauer wehrt sich gegen Berichte, dass die teilweisen Arbeitsniederlegungen in seinem riesigen südkoreanischen Werk durch Bedenken über humanoide Roboter ausgelöst wurden. In einer Erklärung betonte Hyundai, dass sich die aktuellen Verhandlungen auf Vergütung konzentrieren, nicht auf den Atlas-Humanoidroboter, den das Unternehmen ab 2028 in seinem Georgia-EV-Werk einsetzen will. „Ein potenzieller Einsatz von Robotern in koreanischen Produktionsstätten ist nicht Teil der aktuellen Arbeitsbeziehungsgespräche“, beharrte das Unternehmen und fügte hinzu, dass künftige Roboterentscheidungen „im Dialog mit den Mitarbeitern“ getroffen würden.

Aber die Gewerkschaft kauft das nicht. Laut The Wall Street Journal hat die Hyundai-Motor-Gewerkschaft „beispiellose Forderungen“ nach Arbeitsplatzsicherheit im Zeitalter von KI und Robotern gestellt. Die Gewerkschaft warnte Hyundai zuvor, dass „ohne eine Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kein einziger Roboter mit neuer Technologie am Arbeitsplatz zugelassen wird“. In der Zwischenzeit prüfen das Unternehmen und die Gewerkschaft eine Lohnreform, die Überstunden- und Nachtzuschläge in Festgehälter umwandeln würde – ein Schritt, der laut Experten die Einkommensstabilität verbessern, aber die Produktivität beeinträchtigen könnte.

Der Hintergrund: Südkoreas neues „Gelbe-Umschlag-Gesetz“ (wirksam ab März 2026) erweitert die Arbeitnehmerrechte und könnte Unternehmen verpflichten, mit Arbeitnehmern über groß angelegte Automatisierung zu verhandeln. Der Koreanische Gewerkschaftsbund hat sogar eine gemeinsame Einrichtung mit der Regierung eingerichtet, um KI und Robotik zu diskutieren. In den USA ist Hyundais Georgia-Werk nicht gewerkschaftlich organisiert, aber die United Auto Workers hat sich organisiert und ihr Präsident Shawn Fain hat vor „der Bedrohung durch humanoide Robotik“ gewarnt.

Ob humanoide Roboter ihr Versprechen tatsächlich einlösen werden, bleibt eine offene Frage – aber vorerst hält Hyundai an der offiziellen Linie fest: Es sind nicht die Roboter, es ist das Geld.