Eine Lebensmittelbank auf Guernsey hat bekannt gegeben, dass ihre Bestände „extrem niedrig“ seien – eine höfliche britische Umschreibung dafür, dass die Schränke so leer sind, dass Old Mother Hubbard im Vergleich wie ein Hamsterer wirkt.

Der Guernsey Welfare Service, Betreiber der größten Lebensmittelbank der Insel, brach sein übliches Schweigen in den sozialen Medien, um einen seltenen Hilferuf zu veröffentlichen, in dem er speziell um Spenden von Fleisch, Nudelsauce und Dosenobst bittet – denn anscheinend hat selbst die Wohltätigkeit einen Einkaufszettel.

Geschäftsführer Simon Fairclough beschrieb die Situation als auf einem „anderen Niveau“ als alles, was er zuvor gesehen habe, und stellte fest, dass „die meisten Menschen zu kämpfen haben“ und die Wohltätigkeitsorganisation nun jede Woche zwei bis drei neue Kunden verzeichne.

„Wenn wir einen alleinstehenden Rentner nicht mit einem Glas Kaffee nach Hause schicken können, ist das ein ziemlich trauriger Zustand“, sagte Fairclough in dem, was wohl die verheerendste untertriebene Anklage gegen das moderne Leben ist, seit jemand den Brexit als „ein kleines Durcheinander“ bezeichnete.

Fairclough erklärte, dass die Wohltätigkeitsorganisation normalerweise nicht über Engpässe berichte, aber die Situation sei nun ernst genug, um eine Ausnahme zu rechtfertigen. „Die Leute kommen herein, um Lebensmittel mitzunehmen, und es gibt einige Dinge, die wir ihnen einfach nicht geben können“, sagte er. „Einige sind ziemlich übliche Artikel wie Kristallzucker, Kaffee und ähnliches. Wenn wir diese Grundlagen nicht bereitstellen können, ist das ein Grund zur Sorge.“

Er wies darauf hin, dass die Lebenshaltungskosten steigen, und räumte ein, dass „jeder den Gürtel enger schnallen muss“ – ein Ausdruck, der normalerweise bedeutet, dass man auf Avocado-Toast verzichten muss, nicht, dass man das Abendessen ausfallen lassen muss.

„Unsere Sorge ist, dass noch härtere Zeiten bevorstehen könnten, da die Inflation steigt und die vollen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten noch nicht ganz durchgeschlagen sind“, fügte Fairclough hinzu und lieferte eine Prognose, die das Wetter im Vergleich geradezu fröhlich erscheinen lässt.

Derzeit fehlt es der Lebensmittelbank besonders an: Dosenfleisch und -fisch, Dosenobst, Dosengemüse, Nudelsauce, Marmelade, Kaffee, Zucker, H-Milch, Biskuitpuddings, Vanillesoße, Reisbrei aus der Dose und Cerealien. Mit anderen Worten: so ziemlich alles, was nicht Luft ist.

Spenden können bei Alliance, Coop Grand Marché, Smilers oder Waitrose abgegeben werden, denn selbst in einer Krise weiß Guernsey, wo man einkauft.