Im Dorf Le Porge versammelten sich 200 Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten und Freiwillige zu einer Mittagspause bei 35 Grad Hitze, umgeben vom beißenden Geruch von Asche und Glut. Das 'Megafeuer', das letzte Woche 6 km entfernt ausbrach, hat 42.000 Hektar Wald westlich von Bordeaux vernichtet. Obwohl es endlich eingedämmt ist, halten tägliche Ausbrüche die Einsatzkräfte und Hunderte von Amateuren weiterhin an ihre Grenzen.
"Wir haben eine Wende geschafft, aber wir sind sehr, sehr müde. Wir sind über das hinausgegangen, was wir für möglich gehalten haben", sagte ein leitender Feuerwehrmann und trank in weniger als einer Minute einen Liter Wasser. "Wir haben in einen Abgrund geblickt."
Über ihnen warfen Flugzeuge Wasser und Löschmittel auf neue Brände, während eine Drohne mit Wärmebildkameras das kriechende Untergrundfeuer verfolgte - von den lokalen Medien als 'Zombiefeuer' bezeichnet - das in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten neues Chaos droht. Die Landschaft ist ein Flickenteppich aus verkohlten Bäumen und intakten Kiefernwäldern, mit Straßen, die durch eine schwelende, verlassene Einöde führen.
Remy Bossion, 46, dessen Haus beschädigt wurde, verbringt seine Tage nun damit, 200 Meter breite Brandschneisen zu schneiden. "Jetzt laufen wir alle auf Adrenalin, aber die Krise wird vorübergehen, und dann wird es wirklich hart. Dann werden wir weinen", sagte er.
Andernorts in Frankreich mussten George und Amal Clooney ihr Haus in der Region Var evakuieren, während Brände Fontainebleau, Korsika und die Nähe von Dijon bedrohen. In ganz Europa sind die Rettungsdienste am Limit: 120 Feuerwehrleute in Großbritannien bekämpfen seit drei Tagen einen Brand in Suffolk, Spaniens kumulierte Brände im Jahr 2026 haben einen Rekord aufgestellt, und in Griechenland starben drei Feuerwehrleute auf Kreta, und Tausende Touristen wurden evakuiert.
Das Feuerwetter in der EU hat Rekorde gebrochen, und Wissenschaftler stellen fest, dass Klimamodelle solche Extreme vorhergesagt haben, obwohl einige Katastrophen früher und stärker eintreten als erwartet. "Wir haben noch einen Monat oder mehr Sommer vor uns. Wir brauchen Regen, viel Regen", sagte der anonyme leitende Feuerwehrmann.
Französische Führungskräfte versuchen, die Gemeinden zu beruhigen und eine politische Krise abzuwenden. Sophie Brocas, Präfektin von Nouvelle-Aquitaine, sagte am Donnerstagabend: "Wir kehren allmählich zur Normalität zurück", während Präsident Emmanuel Macron darauf bestand, dass es nicht an der Zeit für Lehren sei, solange Frankreich noch im "vollen Kampf" stehe.
Aber die Frage nach dem Ursprung des Feuers und den Ressourcen wird erbittert diskutiert. Nicolas Di Domenico, ein örtlicher Bauunternehmer, erfuhr von dem Brand, als seine Elektriker anriefen und sagten, dass ein Funke einer defekten Maschine, die ein Hochspannungskabel in der Nähe von Saumos reinigte, das Inferno entzündet habe. "Es war ein Kurzschluss oder so etwas, und sofort ging alles hoch, weil alles so trocken ist", sagte er. "Die Leute dort versuchten, einen Feuerlöscher zu benutzen, aber es war zu intensiv."
Innerhalb von sechs Stunden legte das Feuer 6 km zurück und erreichte die Außenbezirke von Le Porge, was Evakuierungen erzwang, während brennende Asche von einem roten Himmel fiel. Di Domenico kritisierte die Behörden: "Sie hätten alle Arbeiten im Wald stoppen müssen. Jemand hat die Prioritäten falsch gesetzt."
Viele werfen der lokalen Verwaltung vor, "am Steuer geschlafen" zu haben und nicht schnell genug Ressourcen bereitgestellt zu haben, und fragen sich, warum Frankreichs alternde Löschflugzeuge nicht ersetzt wurden. Sebastien Delavoux, Leiter der Feuerwehrsektion der Gewerkschaft CGT, sagte: "Wir haben das lange befürchtet und haben insbesondere seit 2017 vor den Flugzeugen gewarnt. Dieser Sommer hat gezeigt, dass wir die äußerste Grenze des Möglichen für Frankreichs Feuerwehrleute erreicht haben."
Der Bürgermeister von Le Porge, Martial Zaninetti, dessen Gemeinde 20% ihrer Häuser verloren hat, nannte das Ereignis trotz Warnungen unvorhersehbar. "Die Bedingungen in diesem Jahr sind völlig außergewöhnlich. Wir haben so etwas noch nie gesehen", sagte er.
Am Mittwochabend informierten leitende Feuerwehrleute anhand einer auf ein Feuerwehrauto geklebten Karte, mit schwarzem Humor und Haribo-Süßigkeiten. Ein Offizier scherzte zu seinem Nachfolger: "Alles klar, mein Hähnchen? Bereit für eine weitere Nachtschicht?" Der Kampf verschiebt sich von einem "Bewegungskrieg" zu einem "Abnutzungskrieg", mit un