Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr in Deutschland hat für das erste Halbjahr 2026 einen Rekordwert an Beschwerden gemeldet: über 29.400 Schlichtungsanträge gingen ein. Die Ursachen dafür sind das schlechte Frühlingswetter, der Krieg in der Golfregion – und, am alarmierendsten, dass Verbraucher durch künstliche Intelligenz ihre Rechte besser kennen. Die Schlichtungsstelle stellte fest, dass auch andere Verbraucherbeschwerdestellen ein ähnliches Phänomen beobachten, was darauf hindeutet, dass KI den Menschen überall beibringt, so durchsetzungsfähig zu sein wie ein Deutscher in einem verspäteten Zug.

Der Luftverkehr machte 83 % der Beschwerden aus, wobei Annullierungen aufgrund von Wetter, Streiks und Krieg die Spitzenplätze belegten. Der Schienenverkehr lag mit 14 % an zweiter Stelle, mit Verspätungen aufgrund der schlechten und überlasteten Infrastruktur – denn nichts sagt „effiziente deutsche Ingenieurskunst“ wie ein Bahnsystem, das mit Hoffnung und Ersatzteilen zusammengehalten wird.

Die Schlichtungsstelle gibt an, in über 80 % der Fälle eine Einigung erzielt zu haben, wobei Reisende in der Regel volle Entschädigung erhielten. Sie erwartet für das zweite Halbjahr einen weiteren Rekord, da die Sommer-Hauptsaison weitere Verspätungen und Annullierungen mit sich bringt. Die Schlichtungsstelle ist seit 2010 tätig und bearbeitet Beschwerden über Flug- und Zugverspätungen oder -annullierungen. Sie wird von rund 400 teilnehmenden Reiseunternehmen finanziert, die offenbar dafür bezahlen, angeschrien zu werden.