HELSINKI – Chinas ehrgeizige Qianfan-Konstellation, die sich wie eine schicke Umschreibung für „viele Satelliten“ anhört, hat diese Woche nach zwei aufeinanderfolgenden Langen-Marsch-Starts die 200-Satelliten-Marke geknackt. Denn offenbar waren 168 Satelliten (die Größe der konkurrierenden Guowang-Konstellation) nur ein Aufwärmen.

Die Lange Marsch 6A startete am Donnerstag um 7:39 Uhr Eastern von Taiyuan und erzeugte „Quallen“-Effekte in der oberen Atmosphäre – die Art der Natur zu sagen: „Netter Versuch, aber ich habe immer noch das Sagen.“ Die Mission fügte dem Projekt unter der Leitung von Shanghai Spacecom Satellite Technology (SSST) oder Spacesail 18 Satelliten hinzu, einem Firmennamen, der definitiv nicht nach einem Startup aus dem Jahr 2015 klingt.

Am folgenden Tag hob die Lange Marsch 8 um 2:34 Uhr Eastern vom kommerziellen Raumfahrtstartplatz Hainan ab und brachte weitere 18 Satelliten in den Orbit. Das sind 36 Satelliten in zwei Tagen – je nach Einstellung zu Weltraumschrott entweder beeindruckend oder erschreckend.

Qianfan übertrifft nun die 168 Satelliten der nationalen Guowang-Breitband-Megakonstellation, einem undurchsichtigeren Projekt, das wahrscheinlich Anwendungen für die nationale Sicherheit hat, wie vielleicht Ihre Amazon-Pakete zu verfolgen – oder etwas Finstereres. Beide Projekte zielen auf mehr als 10.000 Satelliten im Orbit ab, was im Grunde ein Weltraum-Stau ist, der nur darauf wartet, passiert zu werden.

Die Auslieferung beschleunigt sich: Der erste Start war im August 2024, aber eine Pause folgte dem fünften Start im März 2025 bis Oktober 2025. Seit dem 7. April gab es sechs Starts. Denn nichts sagt „wir meinen es ernst“ wie ein Monat mit sechs Starts.

China debütierte die Lange Marsch 12B am 1. Juni, die ein Paar Qianfan-Satelliten aussetzte. Die Rakete verfügt über Landebeine und ein angetriebener Abstiegstest wird in Zukunft erwartet – denn selbst Raketen müssen erst laufen lernen, bevor sie rennen können.

Die Starts waren Chinas 37. Orbitalstarts im Jahr 2026, da das Land zum ersten Mal mehr als 100 Starts in einem Kalenderjahr anstrebt. Als nächstes: eine Lange Marsch 5 mit einer nicht genannten Nutzlast am 10. Juni, denn Geheimhaltung ist die Würze der Raumfahrt.