In einem Schritt, der 'Checks and Balances' in Großbuchstaben schreibt, haben ABC und ihr Firmenpatron Disney eine Bundesklage gegen die Federal Communications Commission eingereicht. Sie werfen der Behörde vor, eine 'Vergeltungskampagne' gegen ihre Sender wegen der Inhalte zu führen, die sie zu senden wagen. Die Klage, die am Dienstag vor einem Bundesgericht eingereicht wurde, behauptet, die FCC 'bestrafe ABC für seine Rede', indem sie dessen Rundfunklizenzen bedrohe – denn nichts sagt 'Pressefreiheit' wie die Drohung, einem Sender den Stecker zu ziehen, der Jimmy Kimmels Monologe ausstrahlt.

Das ganze Aufsehen ist die neueste Eskalation in der anhaltenden Fehde zwischen ABC und der Trump-Administration, die von der politischen Berichterstattung des Senders wenig begeistert war – insbesondere von den spätabendlichen Spitzen Kimmels und dem Tagespanel von 'The View'. Bereits im Februar eröffnete die FCC eine Untersuchung, ob 'The View' politischen Kandidaten gleiche Sendezeit eingeräumt habe (der Horror!), und im April ordnete sie an, dass die Disney-eigenen ABC-Sender vorzeitig ihre Lizenzen verlängern müssen. Denn nichts sagt 'Regierungseffizienz' wie ein Rundfunkanbieter, der seine Lizenz vorzeitig erneuern muss.

ABC, nicht gewillt, das auf sich sitzen zu lassen, feuerte eine Reihe von Briefen ab, in denen die FCC-Entscheidung als einschüchternde Wirkung auf die Meinungsfreiheit gegeißelt wurde. In einem besonders kühnen Schritt weigerte sich der Sender zudem, Präsident Trumps Rede vom 16. Juli auf seinen linearen Kanälen auszustrahlen, und streamte sie stattdessen auf ABC News Live – eine Entscheidung, die sie im Weißen Haus vermutlich nicht beliebter gemacht hat.

Die Klage behauptet, die Trump-Administration habe 'den Druck auf ABC in den letzten Monaten stetig erhöht', und der jüngste Angriff auf die Rundfunklizenzen 'unterstreiche den wahren Zweck der Kommission: einen Sender zu zwingen und zu bestrafen, der sich weigert, sich den Forderungen der Administration zu beugen.' Bloomberg berichtete bereits im Juli, dass die FCC noch in diesem Monat gegen ABC und Disney vorgehen könnte, also ist diese Klage im Grunde ABCs Art zu sagen: 'Du zuerst, Kumpel.'

ABC und Disney streben eine gerichtliche Anordnung an, um das Verfahren zur Verlängerung der Rundfunklizenzen zu stoppen. In der Klage warnt ABC, dass die Kampagne der Administration gegen die Meinungsfreiheit weit über den eigenen Sender hinausgehe: 'Wenn die Administration ihren Willen durchsetzt, wird die Botschaft an jedes Medienunternehmen im Land unmissverständlich sein: Erzählt nur die Geschichten, die die Administration für günstig hält, oder seht Euch der Zwangsmaschinerie der Bundesregierung gegenüber. In einer solchen Welt könnte die Presse keineswegs als frei bezeichnet werden.'

Die FCC ihrerseits hat auf die Bitte von The Verge um einen Kommentar nicht sofort reagiert – wahrscheinlich zu beschäftigt damit, einen weiteren geharnischten Brief an ein Nachrichtenmedium zu verfassen, weil es über genau diese Geschichte berichtet.