Suifenhe, eine kleine Stadt im wirtschaftlich darniederliegenden Rostgürtel Chinas, ist heute ein Mikrokosmos einer sich entwickelnden chinesisch-russischen Handelsbeziehung, die selbst den zynischsten Ökonomen ein schiefes Lächeln entlocken würde.
Gekleidet in einen marineblauen Trainingsanzug und bunte High-Top-Sneaker, ist Wang Runguo auf Trab. Er flitzt über die glänzenden Böden seines riesigen Autohauses, der 45-Jährige aus einer der ärmsten Provinzen Chinas schließt schon wieder einen Deal ab. Das ist Alltag für den Mann, dessen Gehalt sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt hat – dank einer gut getimten Wende: vom Mais zum Auto; von China nach Russland.
Letztes Jahr um diese Zeit arbeitete Wang noch für ein Agrarunternehmen, das Mais und Sojabohnen für den heimischen Markt anbaute. Heute ist er Manager bei Xingyun International Automobile Export, einer Firma, die im August 2025 gegründet wurde, um die boomende Autoexportindustrie in Suifenhe zu bedienen, einer kleinen Stadt im Nordosten Chinas an der Grenze zu Russland. „In letzter Zeit rücken China und Russland näher zusammen“, sagt Wang. „Je näher wir rücken, desto mehr Autos gehen dorthin.“