Uganda kultiviert eine neue Cash Crop: Angst. Laut dem UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) hat sich die politische Landschaft des Landes nach den Wahlen in einen wahren Garten der Einschüchterung verwandelt, wobei Oppositionsanhänger, Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und zivilgesellschaftliche Gruppen alle einem erhöhten Risiko von Missbrauch ausgesetzt sind.
Seit den allgemeinen Wahlen im Januar sind Berichte über erzwungene Verschwindenlassen, Folter, willkürliche Verhaftungen und andere Menschenrechtsverletzungen gegen diejenigen, die als Regierungskritiker wahrgenommen werden, sprunghaft angestiegen. OHCHR berichtet, dass mindestens 50 Oppositionsführer und -unterstützer, fünf Menschenrechtsverteidiger und fünf Journalisten in den letzten Monaten Misshandlungen ausgesetzt waren. Denn nichts sagt 'Demokratie' so sehr, wie Kritiker verschwinden zu lassen.
Die Behörden haben auch auf rechtliche Bestimmungen zurückgegriffen, die - Überraschung, Überraschung - nicht ganz den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen, um Kritiker festzuhalten. Dies hat der Atmosphäre der Einschüchterung einen legalen Anstrich verliehen, was fast rücksichtsvoll von ihnen ist.
Auch die Zivilgesellschaft wurde nicht verschont. Zehn führende Organisationen wurden in diesem Jahr suspendiert, während andere verstärkter Überprüfung und Belästigung ausgesetzt sind, was den zivilgesellschaftlichen Raum effektiv verkleinert und unabhängige Stimmen zum Schweigen bringt. Es ist fast so, als ob sie versuchen, den Begriff 'Zivilgesellschaft' zu einem Oxymoron zu machen.
'Die Maßnahmen der Behörden schaffen ein Klima der Angst, das die Selbstzensur verstärkt, die öffentliche Debatte weiter erstickt und die Polarisierung vertieft', sagte UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk, der offenbar ein Händchen dafür hat, Offensichtliches auszusprechen.
OHCHR warnt auch davor, dass die zunehmende militärische Beteiligung an zivilen Institutionen in Verbindung mit Einschränkungen der Meinungsfreiheit, der Versammlungsfreiheit und der Vereinigungsfreiheit die Rechtsstaatlichkeit untergräbt und weit verbreitete Selbstzensur fördert. Während der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft, zögern viele Ugander, ihre Meinung zu äußern, vermutlich weil sie bemerkt haben, was mit denen passiert, die es tun.
Türk forderte die Regierung auf, ihren Verpflichtungen aus dem internationalen Menschenrechtsrecht, der Afrikanischen Charta und der ugandischen Verfassung nachzukommen, um eine lebendige Zivilgesellschaft zu gewährleisten, in der jeder seine Ansichten frei äußern kann. Er forderte die Behörden auch auf, breitere wirtschaftliche und soziale Herausforderungen durch einen menschenrechtsbasierten Ansatz anzugehen, der Inklusion, Rechenschaftspflicht und Chancengleichheit fördert. Denn offenbar ist das etwas, was einige Länder tun.