Forscher des National Institutes of Health (NIH) haben tief in die Gehirnzellen von Mäusen geblickt, um herauszufinden, warum Blockbuster-Abnehmmedikamente wie Ozempic und Wegovy irgendwann nicht mehr so gut wirken wie früher. Spoiler-Alarm: Es liegt nicht daran, dass Sie Ihre Diät betrogen haben.

Die Ergebnisse, basierend auf Experimenten an Mäusen unter der Leitung von Erstautorin Claire Gao, Ph.D., einer Postdoktorandin am National Institute of General Medical Sciences (NIGMS) des NIH, zeigen, dass das Medikament Semaglutid – der Wirkstoff in Ozempic und Wegovy – einen Anstieg eines Signalmoleküls namens zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP) in einer Gehirnregion namens Area postrema auslöst, die für die Appetitregulierung zuständig ist. Aber hier kommt der Knaller: Nicht alle Neuronen reagieren gleichermaßen.

„Es war kein Alles-oder-Nichts-Phänomen. Wir beobachteten, dass die cAMP-Reaktionen in den Zellen auf einem Kontinuum variierten“, sagte der korrespondierende Autor Michael Krashes, Ph.D., ein leitender Forscher am National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) des NIH. Auf gut Deutsch: Manche Neuronen hielten die cAMP-Party lange am Laufen, während andere früh Schluss machten, indem sie GLP-1-Rezeptoren internalisierten oder abbauten.

Das Forschungsteam unter der Leitung des korrespondierenden Autors Andrew Lutas, Ph.D., eines Forschers am NIDDK, verwendete Fluoreszenzbildgebung, um Semaglutid bei seiner Wirkung auf lebendes Mäusehirngewebe zu beobachten. Durch Blockieren oder Entfernen bestimmter Signalmoleküle in Neuronen identifizierten sie, welche zellulären Pfade für die Gewichtsabnahme am wichtigsten waren.

Aber warten Sie – es gibt Hoffnung für diejenigen, die ein Plateau erreichen. Das Team testete, ob sie diese Signale verlängern könnten, indem sie das Medikament Roflumilast verwendeten, um PDE4 zu blockieren, ein Enzym, das cAMP abbaut. Das Ergebnis? Mehr Neuronen schalteten auf den länger anhaltenden Reaktionsmodus um. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass zukünftige GLP-1-Behandlungen länger wirksam bleiben könnten, möglicherweise die Häufigkeit der Injektionen verringern und Menschen helfen könnten, diese gefürchteten Gewichtsverlust-Plateaus zu überwinden.

Natürlich warnen die Forscher, dass noch viel mehr Forschung nötig ist, bevor jemand zu feiern beginnt. Eine Einschränkung: Sie konnten die intrazelluläre Signalübertragung im Hirngewebe nur für einige Stunden am Stück beobachten. Das Team hofft, in zukünftigen Studien neuere Techniken einzusetzen, um zu verfolgen, wie GLP-1-Medikamente Neuronen über Tage oder sogar Wochen beeinflussen.

In der Zwischenzeit bieten die Ergebnisse einen tieferen Einblick in die Gehirnchemie hinter GLP-1-Medikamenten und könnten dazu beitragen, die Entwicklung wirksamerer Abnehmbehandlungen zu leiten – vorausgesetzt, Ihre Neuronen langweilen sich nicht wieder.