Für Jaclyn Kagey gehört es zum täglichen Geschäft, Astronauten darauf vorzubereiten, ihre Stiefel auf den Mond zu setzen. Als Leiterin der außerbordlichen Aktivitäten für Artemis in der NASA-Flugbetriebsdirektion spielt Kagey eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der Astronauten auf die sichere Erkundung der Mondoberfläche. Während der Artemis-Missionen werden Astronauten den Südpol des Mondes erkunden, eine Region, die noch nie von Menschen besucht wurde, und damit den Weg für die zukünftige Tiefraumforschung ebnen.
Kagey hilft dabei zu definieren, wie Astronauten auf dem Mond arbeiten werden, von der Planung detaillierter Weltraumspaziergangs-Zeitpläne bis zur Steuerung von Echtzeitoperationen. Die Crews werden diese Aktivitäten durchführen, nachdem sie das menschliche Landesystem der NASA verlassen haben, einen kommerziellen Lander, der entwickelt wurde, um Astronauten sicher von der Mondumlaufbahn zur Oberfläche und zurück zu transportieren. Kageys NASA-Karriere erstreckt sich über mehr als 25 Jahre und umfasst Arbeiten an einigen der komplexesten Programme der Agentur.
Während ihres Studiums an der Embry-Riddle Aeronautical University verfolgte sie Space-Shuttle-Starts, die ihr Ziel, bei der NASA zu arbeiten, festigten. „Von klein auf waren meine Bestrebungen einzig darauf ausgerichtet, zu den Luftfahrt- und Raumfahrtbemühungen der Nation beizutragen“, sagte sie. Dieses Ziel wurde durch die United Space Alliance Wirklichkeit, wo sie und ihr Ehemann ihre Karrieren als Auftragnehmer begannen.
Einer ihrer karrierebestimmenden Momente ereignete sich während einer Hochdruckoperation an Bord der Internationalen Raumstation. „Ich habe sieben Weltraumspaziergänge geplant und durchgeführt, aber einer, der hervorsticht, war US-EVA 21“, sagte sie. „Wir hatten ein kritisches Ammoniakleck an der Station, und von dem Zeitpunkt an, als das Problem identifiziert wurde, hatten wir nur 36 Stunden Zeit, um den Reparatur zu planen, die Raumanzüge vorzubereiten und durchzuführen.“ Das Team schloss den Weltraumspaziergang erfolgreich ab und stellte das System wieder her. „Die Agilität, Hingabe und Teamarbeit, die während dieser Operation gezeigt wurden, waren bemerkenswert“, sagte Kagey. „Es hat gezeigt, was dieses Team unter Druck leisten kann.“
Im Laufe ihrer Karriere hat Kagey gelernt, dass Anpassungsfähigkeit eine wesentliche Fähigkeit ist. „Die Dinge laufen selten genau nach Plan, und meine Aufgabe ist es, so zu reagieren, dass die Crew sicher bleibt und die Mission voranschreitet“, sagte sie.
Kageys Einfluss erstreckt sich auch auf die Zukunft der Raumanzugentwicklung. Da sie am unteren Ende des Größenspektrums steht, konnte sie einst einen vollständigen Test im alten Extravehicular Mobility Unit nicht absolvieren, obwohl sie die Passformprüfung bestanden hatte. Obwohl Kagey den Anzug anziehen konnte, waren seine Proportionen zu groß für sie und erschwerten die für den Test erforderlichen Bewegungen. Diese Erfahrung trieb sie dazu, sich für Designs einzusetzen, die eine breitere Palette von Körpertypen besser unterstützen. Diese Bemühungen schlossen den Kreis, als sie kürzlich ihren ersten Test in Axiom Spaces Mondraumanzug, genannt Axiom Extravehicular Mobility Unit (AxEMU), auf dem Active Response Gravity Offload System (ARGOS) im Johnson Space Center in Houston absolvierte. „Es ist aufregend, buchstäblich in die Zukunft der Weltraumspaziergänge zu passen!“ sagte Kagey.