In einer Geschichte so alt wie die Zeit – oder zumindest so alt wie die Erfindung der Restaurant-Doggy-Bag – ist das Engagement eines in Lissabon lebenden Mannes im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung zu einer Quelle öffentlicher Peinlichkeit für seine Partnerin geworden. Bill, ein Veteran der erneuerbaren Energien mit einer Leidenschaft für Nachhaltigkeit, hat die Angewohnheit, sich auf die Teller anderer zu stürzen, um ungegessene Häppchen zu retten, sehr zum Leidwesen von Helen, die es 'peinlich, unhygienisch und unhöflich' findet.
Helen erzählt von einem kürzlichen Abendessen mit Freunden in einem belebten Lokal in Lissabon, bei dem Bill in letzter Minute über den Tisch griff, um die Entenbrust aufzuessen, die ihre Freunde bestellt hatten – ohne zu fragen, ob sie fertig waren. Die Kellnerin, 'völlig überarbeitet', versuchte, den Tisch abzuräumen, während Bill nach Resten angelte, sodass alle warteten und Helen zutiefst beschämt war. 'Wenn wir mit seiner Mutter zusammen gewesen wären, hätte ich weniger Aufhebens darum gemacht', sagt sie, 'aber bei Freunden, die wir selten sehen, fand ich es peinlich.'
Bills Eifer, Essen zu retten, geht über Restauranttische hinaus. Zu Hause ist bekannt, dass er übrig gebliebenen Reis von den Tellern anderer kratzt, Schimmel von Resten im Kühlschrank entfernt und einmal sogar eine Melonenschale aus dem Müll fischte, um die winzigen Stücke Wassermelone zu essen, die noch daran hingen. 'Ich habe eine Melonenschale weggeworfen, und er hat sie aus dem Müll geholt, um die winzigen Stücke Wassermelone zu essen, die noch dran waren', erinnert sich Helen und fügt hinzu, dass Bill oft viel mehr isst, als er möchte, und sich dann über Völlegefühl beschwert.
Bill selbst verteidigt sein Handeln mit einer Mischung aus ökologischen und ethischen Gründen. 'Ich hasse Lebensmittelverschwendung', sagt er. 'Ein paar Reiskörner oder etwas Salat sind kein Problem, aber ich habe Schwierigkeiten, wenn Fleisch verschwendet wird. Ich mache mir Sorgen um den Tierschutz und die Tatsache, dass ein Tier gestorben ist.' Er gibt zu, dass er manchmal selbstgerecht wirkt, besteht aber darauf, dass seine Absichten gut sind: 'Es geht um Respekt vor dem Tier und darum, es nicht verschwenden zu lassen.'
Er stellt auch den Enten-Zwischenfall klar und merkt an, dass es sich um ein Tapas-ähnliches Essen handelte und er es als geteilt betrachtete. 'Ich dachte: "Wir teilen das irgendwie"', sagt er, räumt aber ein, dass er vergessen hat zu fragen und versteht, dass es unangenehm war. Er zieht die Grenze bei Geschäftsessen oder mit seinem Chef, aber in der Familie und unter engen Freunden sieht er keinen Schaden darin, zu fragen, ob er Reste aufessen darf.
Unsere Jury nimmt Stellung. Christian, 50, sagt, wenn es einmalig ist, kann Bill vergeben werden, aber wenn er zur Gewohnheit macht, auf das Essen der Nachbarn 'loszugehen', werden sie nicht lange bleiben. Tracey, 33, rät Bill, Helens Peinlichkeit anzuerkennen und sein Verhalten in der Öffentlichkeit anzupassen. Alicja, 33, schlägt vor, klare Grenzen zu setzen und fragt, warum Bill nicht Vegetarier wird, wenn ihm der Tierschutz so wichtig ist. Sinead, 25, wirft Bill vor, die Umwelt als Ausrede zu nutzen, und schlägt vor, dass er zumindest aufhören sollte, Fleisch zu essen, wenn er andere belehren will. Kitty, 34, gesteht, dass sie selbst dasselbe tut: 'Was ist schon ein bisschen Spucke zwischen Freunden? Sein Herz ist am rechten Fleck.'
Die Umfrage ist bis Mittwoch, den 2. September, um 9 Uhr BST geöffnet – also können Sie, liebe Leser, entscheiden: Soll Bill seine Reste-Angewohnheit in den Müll werfen?