Erinnern Sie sich an die Nullerjahre, als Kristen Schaal eine feste Größe im Fringe-Comedy-Business war und 2008 für ihr Zwei-Personen-Stück mit Kurt Braunohler, Double Down Hearts, eine Auszeichnungsnominierung erhielt? Das waren die Zeiten der Sitcom Flight of the Conchords, als Schaal so absichtlich schrullig und substanzlos war, wie Comedy nur sein konnte. Zwei Jahrzehnte später hat sie sich kein bisschen geändert – zu unserer aller Freude und Verwirrung.
Die Legende von Crystal Shell, ihr neuestes Zwei-Personen-Stück mit John Roberts, zeigt Schaal als halbe Frau, halbes Pferd, die eine lebenslange Scham überwinden muss, um Tschaikowskis Schwanensee für das heutige Publikum aufzuführen. Das Ganze wirkt, als hätte es ein Grundschulkind geschrieben, das auf Naschzeug abgefahren ist – gleichermaßen liebenswert und ratlos machend. Das Übliche eben.
Die Show beginnt damit, dass Schaal in einem Pappkühlschrank, der zugleich als Pferdetransporter dient, eingesperrt ist und sich schüchtern ankündigt. Sie kommt heraus, um ihre Ursprungsgeschichte zu erzählen: das Kind der unwahrscheinlichen Affäre ihrer Mutter mit einem Hengst namens Shimmer. Wir treffen ihren Freund Arnold, die (verdächtig schlafende) Maus. Sie liest Non-Sequitur-Gedichte und versucht, Feen mit einem Netz zu fangen. Warum auch nicht?
Eine luftigere Süßigkeit ist kaum vorstellbar, und meine Geduld war am Schwinden, bis – bei einem Trompetenstoß – Crystals lang verschollener Vater auftaucht. Das vermehrt zumindest die Besetzung, wenn auch nicht die Bedeutung, als dieses Möchtegern-Einhorn anfängt, über die fehlerhaften Heilkräfte seines „winzigen Horns“ zu singen.
Was also bezweckt all dieses Herumgepferde? Beide Darsteller sind fesselnd: Schaal als überirdisches Kindfrau, Roberts als ihr Fonz-ähnlicher Vater. Es liegt etwas fast Verwegenes in der Beliebigkeit der Handlungsentwicklung, als hätten sie sich der Herausforderung gestellt, jede erste Idee zu akzeptieren, egal wie willkürlich sie die Geschichte vorantreibt. Es gibt Andeutungen, wenn auch vage, dass Crystals späte Blüte eine Metapher für die Wechseljahre sein könnte. Wenn ja, wirft es wenig Licht, aber viel Glitzer, wenn Schaalts Alter Ego ihr eigenes funkelndes Einhornhorn wachsen lässt und ein Leben voller Sanftmut hinter sich lässt. An Schaals Komik ist nichts Sanftmütiges, deren Eigenwilligkeit, wie man sie nimmt, leicht zu bewundern und meistens zu genießen ist.
The Good Times
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