LONDON – Ein Kabinettsstreit ist darüber ausgebrochen, ob die Bohrungen im Rosebank-Ölfeld genehmigt werden sollen, was einmal mehr beweist, dass das Einzige, was schwieriger ist als eine Entscheidung zu treffen, eine Entscheidung über Öl zu treffen ist. Kanzler John Healey befürwortet Berichten zufolge das umstrittene Nordsee-Projekt, während Energieministerin Miatta Fahnbulleh letztlich zuständig ist und laut The Guardian von letzter Woche eher zu einer Ablehnung neigt – nachdem sie bereits die Genehmigung für das kleinere Jackdaw-Gasfeld erteilt hat.

Es wird davon ausgegangen, dass Healey die Genehmigung der Lizenz befürwortet, die derzeit wegen Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen des Projekts auf Eis liegt. Er deutete seine Unterstützung letzte Woche an, als er ITV sagte, er erwarte, dass Öl- und Gaseinnahmen zu einem neuen Energiereichtumsfonds beitragen würden, was darauf hindeutet, dass er Einnahmen aus Rosebank erwartet. Denn nichts sagt „grüne Wende“ wie das Zählen seines Ölgeldes, bevor gebohrt wird.

Der Premierminister müsste voraussichtlich die endgültige Entscheidung treffen, wenn es zu einem Konflikt über die Entscheidung kommt. Downing Street Nr. 10 lehnte am Sonntag eine Stellungnahme ab, nachdem die Mail on Sunday berichtet hatte, dass sowohl Andy Burnham als auch Healey vereinbart hätten, zu versuchen, das Projekt durchzubringen, und erklärte, es sei eine Angelegenheit für die Energieministerin. Fahnbulleh ist verantwortlich, aber die Ansichten von Burnham und Healey werden bei der Wahl, ob es weitergeht oder nicht, Gewicht haben.

Sie sagte dem Guardian, die Begründung hinter Jackdaw gelte nicht für Rosebank, und erklärte, das Vereinigte Königreich werde bei der Umstellung auf Netto-Null auf Gas angewiesen sein und es sei besser, dieses aus relativ kohlenstoffarmen Quellen in der Nordsee zu beziehen als es zu importieren. „Das eine ist ein Gasfeld, das den heimischen Markt bedient, während das andere ein Ölfeld ist, das hauptsächlich für den Export bestimmt ist“, sagte sie. „Es ist richtig, dass wir jeden Antrag für sich bewerten, und es ist absolut entscheidend, dass die Entscheidung mit unseren Klimaverpflichtungen, unseren Kohlenstoffbudgets und dem Endziel, das wir mit der Energiewende erreichen müssen, vereinbar ist.“

Würde das Rosebank-Feld abgelehnt, wäre das ein Schlag für die Nordsee-Energieindustrie und ein großer Sieg für Klimaaktivisten. Eine endgültige Entscheidung wird vor Jahresende erwartet. Labour-Abgeordnete sagten am Mittwoch, es würde in der Partei erheblichen Widerstand geben, falls Rosebank genehmigt würde, obwohl die meisten bereit sind, die Argumente zu akzeptieren, dass Jackdaw ein notwendiger Teil der Umstellung auf Netto-Null war. Es wird davon ausgegangen, dass Abgeordnete darüber diskutiert haben, wie sie eine parlamentarische Abstimmung über Rosebank erzwingen oder fördern könnten, falls es genehmigt wird, um Missbilligung auszudrücken – denn nichts sagt „innerparteiliche Harmonie“ wie eine Hinterzimmerabstimmung über ein Ölfeld.

Beamte sagen, Fahnbulleh hat ihre Entscheidung noch nicht getroffen. Rosebank würde etwa siebenmal mehr Emissionen verursachen als Jackdaw, und es wird davon ausgegangen, dass Fahnbulleh glaubt, dass es weniger für die britische Energiesicherheit tun würde, da das meiste Öl exportiert würde. Ein Sprecher des Ministeriums für Energiesicherheit und Netto-Null sagte: „Wir kommentieren keine Spekulationen. Die Nordsee bleibt ein vitales nationales Gut, und Öl und Gas werden weiterhin eine wichtige Rolle in unserem Energiesystem für kommende Jahrzehnte spielen – neben dem Übergang zu sauberer Energie, um Arbeitsplätze zu schützen und die Klimakrise zu bewältigen. Jede Entscheidung wird alle relevanten Beweise berücksichtigen, einschließlich Umweltbewertungen und öffentlicher Stellungnahmen, die während des Konsultationsprozesses eingegangen sind.“

Fahnbulleh hat versprochen, dass zukünftige Einnahmen aus der Nordsee über einen Energiereichtumsfonds für grüne Energieprojekte ausgegeben werden. Sie sagte letzte Woche, dass der Fonds im Haushalt 2 Milliarden Pfund erhalten würde. „Wenn wir Steuereinnahmen aus der Öl- und Gasindustrie haben, ist es richtig, dass wir diese in die Wende investieren, die wir in der Energie brauchen“, sagte sie und fügte hinzu, dass das Geld für erneuerbare Energien, Kernkraft und andere saubere Energieschemata ausgegeben würde. Sie konnte jedoch nicht genau sagen, welche Steuereinnahmen dem Fonds zufließen würden oder wie viel das generieren könnte. „Der Kanzler wird diese Details klarstellen“