IMAX: Jetzt mit 40 % weniger Film, gleicher hoher Preis
Christopher Nolans Odyssee ist der erste komplett in IMAX gedrehte Film, aber nur zwei Dutzend Kinos können ihn wie beabsichtigt zeigen – alle anderen bekommen eine beschnittene Version, denn nichts sagt „episch“ wie der Verlust von 40 % des Bildes.
Christopher Nolans großbudgetierte Adaption der Odyssee, die diese Woche in tausenden Kinos in den USA anläuft, ist der erste kommerzielle Spielfilm, der vollständig mit IMAX-Filmkameras gedreht wurde – diesen monströsen, ohrenbetäubenden Geräten, die hunderte Pfund wiegen und den Augenkontakt der Schauspieler blockieren. Aber nur etwa zwei Dutzend heimische Kinos zeigen den Film so, wie sein Regisseur ihn gesehen haben will. Der Rest zeigt leicht abweichende Versionen, die auf kleinere Seitenverhältnisse zugeschnitten oder ohne die Klarheit des Originalfilmmaterials projiziert werden. Das Marketing für die Odyssee hat unermüdlich betont, dass sie in IMAX gedreht wurde, wobei Matt Damon behauptet, IMAX 70 mm biete die „volle Wirkung, wie sie gedreht wurde“. Aber die Realität ist, dass, wenn ein Film im IMAX-Seitenverhältnis von 1,43:1 auf eine anders dimensionierte Leinwand projiziert wird, die Kinos Teile des Bildes herausschneiden – bis zu 40 Prozent des Bildes, je nach Leinwand. In den USA konzentrieren sich IMAX-70-mm-Projektoren auf einige wenige Ballungsräume, und es gibt nur einen auf der gesamten Südhalbkugel. IMAX-Fanatiker fliegen Berichten zufolge quer durchs Land, um die Odyssee in bestimmten Kinos zu sehen, während andere hohe Aufpreise für Weiterverkaufstickets zahlen (einige auf eBay für hunderte Dollar gelistet). Dann gibt es Vorführungen, die keine echten 70-mm-1,43:1-Erlebnisse sind, aber das IMAX-Branding tragen – was Kinogänger seit Jahren nervt, jetzt bekannt als „LIEMAX“. Die Knappheit resultiert aus logistischen Herausforderungen: Leinwände müssen bestimmte Abmessungen haben, Decken sind nicht hoch genug, und die Filmrollen wiegen hunderte Pfund und erfordern Gabelstapler. Trotzdem funktioniert dieses System für IMAX: Die Ticketverkäufe erreichten letztes Jahr weltweit einen Rekord von 1,28 Milliarden Dollar. Während Regisseure wie Denis Villeneuve und Ryan Coogler IMAX als die Zukunft anpreisen, kann die Sprache anfangen zu nerven, wenn so wenige Kinos das wahre Erlebnis liefern. Wenn das die Zukunft des Kinos ist, wird nicht jeder daran teilhaben können.
The Good Times
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