In einem Schritt, der vermuten lässt, dass selbst die größten Technologieunternehmen der Welt langsam ins Schwitzen geraten, hat Google zugestimmt, fast ein halbes Gigawatt Geothermie-Strom von Fervo Energy zu kaufen, um ein geplantes Rechenzentrum in Utah zu versorgen. Die am Dienstag angekündigte Stromabnahmevereinbarung verpflichtet Google zum Kauf von 396 Megawatt aus Fervos Cape-Station-Anlage, die voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen wird, mit der Option, bis Juni 2030 weitere 600 Megawatt zu erwerben.

Dieser Deal kommt zu einer Zeit, in der Hyperscaler wie Google auf der Suche nach neuen Stromquellen sind – eine Suche, die seit Googles Vereinbarung im April, 933 Megawatt Erdgasstrom vom Rechenzentrumsentwickler Crusoe in Texas zu kaufen, immer dringlicher geworden ist – ein Schritt, der sein Netto-Null-Ziel bis 2030 wie eine Utopie erscheinen ließ. Der Fervo-Deal könnte Google helfen, seine KI-Ambitionen zu verwirklichen, ohne seine Klimaversprechen vollständig zu verbrennen.

Fervo hat die Genehmigung, bis zu 2 Gigawatt Geothermie-Energie an der Cape Station zu entwickeln, aber Sarah Jewett, Senior Vice President für Strategie bei Fervo, sagte TechCrunch im Mai, dass ein externer Ingenieur glaubt, dass der Standort doppelt so viel erzeugen könnte. Bei vollständiger Entwicklung würden diese 4 Gigawatt die gesamte geothermische Erzeugungskapazität in den USA laut einem aktuellen Bericht des Energieministeriums etwa verdoppeln. Und dank verbesserter Geothermie-Technologien könnten die USA theoretisch bis zu 57 Terawatt Strom erzeugen – genug, um das ganze Land und noch mehr zu versorgen, wenn wir nur herausfinden könnten, wie wir alles anzapfen können.

Der neue Deal zwischen Fervo und Google vertieft eine Beziehung, die sich über mehr als fünf Jahre erstreckt. Google hat einige der ersten Elektronen von Fervo gekauft und kürzlich in die letzte Finanzierungsrunde investiert, bevor das Geothermie-Startup an die Börse ging. Die Aktie von Fervo stieg zunächst am ersten Handelstag, gab diese Gewinne dann aber wieder ab – bis die Nachricht über den Google-Deal sie gestern um etwa 30 % nach oben trieb, bevor Händler heute beschlossen, Gewinne mitzunehmen. Ach, der Aktienmarkt: immer eine zuverlässige Quelle für Drama.