Der Juli taumelt dem Ende entgegen: erschöpft, fiebrig und durstig. Es war einer der heißesten je aufgezeichneten, und immer noch kein Zeichen von Regen. Die Städter sind dämmerungsaktiv geworden: Sie gehen vor der Morgendämmerung mit dem Hund spazieren und wagen sich erst nach Sonnenuntergang hinaus.

Es war ein schreckliches Jahr für Pflanzen und Bäume – alle kämpfen darum, die Gärten bewässert und am Leben zu halten. Aber es war ein außergewöhnliches Jahr für die Tierwelt Wellingtons: Wir hatten Fischadler, Biber – und jetzt Glühwürmchen? Könnte es an dem wildtierfreundlicheren Ansatz liegen, den das Open-Spaces-Team des Stadtrats übernommen hat? Liegt es an den Bemühungen zur Steigerung der Biodiversität der freiwilligen Gärtner von Transition Town Wellington? Oder liegt es daran, dass so viele Arten (einschließlich unserer eigenen) in Bewegung sind – desorientiert und vertrieben durch wechselnde Jahreszeiten und extremes Wetter und sich bemühen, sich anzupassen?

Es ist ein 10-minütiger Spaziergang von meinem Haus zur Longforth Farm, einer neuen Siedlung mit etwa 500 Einheitshäusern. Vor mehr als einem Jahrzehnt schufen die Entwickler zwei Rückhaltebecken zwischen dem Rand der Siedlung und der Eisenbahnlinie, und genau hier wurden die Glühwürmchen gesichtet.

Ich gehe entlang gemähter Pfade, das hohe Gras auf beiden Seiten blond gebleicht und flauschig mit Distelwolle. Vertrocknete Blätter knirschen unter den Füßen. Hier und da kämpfen junge Bäume oder sind bereits tot, gekreuzigt an ihren Pfählen, Äste silhouettiert gegen den Himmel. Die Teiche sind zu schlammigen Tümpeln geschrumpft, in denen Stockenten um Platz wetteifern, während sie sich für die Nacht niederlassen. Ein Mini-Murmeln von Staren wirbelt über mir, schreibt Freude in den Himmel, bevor es in einem Schluck in die dunklen Schilfbetten stürzt, wie Wasser in einen Abfluss.

Ich stehe still und suche nach Glühwürmchen: Die Biolumineszenz des weiblichen Käfers kann so hell aufleuchten wie eine LED. Noch nichts – oder ist das ... Nein. Nur ein blasses Blatt, das die letzten Lichtreste einfängt. Während sich meine Pupillen erweitern, scheint sich meine Aufmerksamkeit zu verbreitern. Das sind die Stäbchen, die von den Zapfen in der Netzhaut übernehmen, wenn das skotopische Sehen, oder Nachtsicht, einsetzt. Farben verblassen und die Welt offenbart sich schüchtern in peripheren Blicken. Objekte schimmern in der Dämmerung und funkeln in der Abenddämmerung: Es ist alles Düsternis und Blendung hier am Stadtrand. Habe ich also die Glühwürmchen gefunden? Nein, lieber Leser, habe ich nicht – aber die Suche hat einen Schalter in meinem Nachtgeist umgelegt und alles andere eingeschaltet.