Die Regierung hat den ehemaligen Marks-&-Spencer-Chef Marc Bolland angeworben, um die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, nachdem ein Bericht davor warnte, dass eine „verlorene Generation“ droht, wenn nicht jemand etwas dagegen unternimmt. Bollands Mission: Wirtschaftsführer mobilisieren, um die Chancen für die untätige Jugend des Landes zu erweitern, und Arbeits- und Rentenminister Pat McFadden beraten, wie auf die Ergebnisse des Berichts reagiert werden soll.

Der Bericht, verfasst vom ehemaligen Minister Alan Milburn, zeichnet ein düsteres Bild: Einer von sechs jungen Menschen ist auf dem besten Weg, innerhalb von fünf Jahren ohne Arbeit, Ausbildung oder Studium dazustehen, wenn sich nichts ändert. Das sind etwa 16,7 % der 16- bis 24-Jährigen, die für den Neet-Akronymclub bestimmt sind – Not in Employment, Education or Training. Sechs von zehn dieser Neets hatten noch nie einen Job, obwohl 84 % von ihnen angeblich einen Job oder eine Ausbildung wollen. Es ist also kein Motivationsproblem, sondern ein Chancenproblem.

Offizielle Zahlen zeigen, dass derzeit über eine Million junge Menschen Neet sind – der höchste Stand seit mehr als 12 Jahren. Als Reaktion darauf hat die Regierung angekündigt, dass einige der größten Unternehmen Großbritanniens in den nächsten drei Jahren 300.000 Praktikums- und Ausbildungsplätze bereitstellen werden. Bolland, der auch Morrisons und Heineken leitete, gründete nach den Unruhen von 2011 die Wohltätigkeitsorganisation Movement to Work, die bereits über 200.000 benachteiligten jungen Menschen zu Arbeit verholfen hat. Jetzt darf er es wieder tun, aber diesmal mit einem Regierungstitel.