In einer Nachricht, die Hummelrechtsaktivisten erfreuen und jeden, der schon einmal eine erschlagen hat, leicht verstören wird, haben Wissenschaftler entdeckt, dass Bienen so etwas wie ein Innenleben haben – oder zumindest eine Meinung zu dem, was sie gerade gefressen haben.

Forscher der Macquarie University und der Southern Medical University in China filmten Hummeln in Zeitlupe beim Verkosten verschiedener Lösungen und stellten fest, dass sie, ähnlich wie ein Kleinkind, dem Brokkoli vorgesetzt wird, Gesichter ziehen. Bei etwas Süßem (60% Zucker) streckten die Bienen ihre Zunge – fachsprachlich Glossa genannt – heraus und leckten nach dem Ende weiter, fast wie ein Schmatzen. Bei Chinin oder Salz schüttelten sie den Kopf und wischten sich den Mund. Die im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Verhaltensweisen mit den „Gefällt mir“- und „Gefällt mir nicht“-Reaktionen von Säugetieren übereinstimmen.

Hauptautor Prof. Andrew Barron sagte, die Studie zeige, dass Bienen „subjektive Vorlieben oder Abneigungen gegenüber diesen Lösungen“ haben und dass „es ein Innenleben des Insekts gibt“. Um bloße chemische Reflexe auszuschließen, testete das Team 18 Völker unter verschiedenen Bedingungen, darunter Hitzestress, Sättigung und Medikamentendosen. Der Kontext war entscheidend: Hitzegestresste Bienen fanden plötzlich reines Wasser oder salzige Lösungen anziehend – im Grunde das Insektenäquivalent zu Heißhunger auf Gatorade nach einem Marathon.

Außerordentlicher Prof. Thomas White, ein nicht an der Studie beteiligter Entomologe, merkte an, dass sich die meiste Insektenforschung auf negative Zustände wie Schmerz oder Angst konzentriert. Der Fokus dieser Studie auf Vergnügen sei erfrischend. „Das Bild drängt zunehmend zu der Ansicht, dass Insekten ... eine einfache Fähigkeit haben, die Welt zu fühlen, nicht nur sie zu bewerten, zu erkennen und Informationen zu verarbeiten, sondern tatsächlich einen Standpunkt zu haben“, sagte er. Das stelle die Grenzen in Frage, die Menschen bei der ethischen Behandlung von Tieren ziehen.

Barron fasste zusammen: „Es gab schon immer eine Spannung zwischen der Vorstellung von Insekten als Tieren oder als eine Art Mini-Roboter. Dies ist ein weiterer Schritt, um zu zeigen, dass es ein Innenleben gibt, eine Biene zu sein.“