Mehr als 150.000 Menschen auf den Salomonen sind jetzt innig vertraut mit dem Tropischen Zyklon Maila, einem Sturm der Kategorie 4, der mit zerstörerischen Winden, Überschwemmungen und starken Regenfällen durch den Pazifik fegte. Das UN-Nothilfekoordinationsbüro OCHA beschrieb die Folgen als „erhebliche humanitäre Bedürfnisse“ – diplomatisch ausgedrückt: „Das ist richtig übel.“
Vertreibungen sind weit verbreitet, Familien drängen sich in Evakuierungszentren, Schulen, Kirchen und Gastgemeinden. OCHA warnt, dass Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen wachsenden Schutzrisiken ausgesetzt sind – denn nichts sagt „sicher“ wie überfüllte Unterkünfte und gestörte Unterstützungssysteme.
Um der Katastrophe eine historische Note zu verleihen, haben Überschwemmungen und Erosion in der Westprovinz nicht explodierte Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Denn offenbar war ein Zyklon nicht genug; jetzt müssen die Bewohner auch noch 80 Jahre alten Sprengstoff ausweichen.
Der UN-Nothilfekoordinator hat 2,5 Millionen Dollar aus dem zentralen Nothilfefonds für dringende lebensrettende Hilfe bereitgestellt. Die Gesundheitsdienste sind angespannt: 3.600 schwangere Frauen sind betroffen, 21 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt. Viele Frauen können keine Kliniken erreichen, weil Straßen und Transport, sagen wir, weniger als optimal sind.
Die Ernährungsunsicherheit steigt, da Ernten und Fischereieinkommen zerstört sind. Gemeinden berichten von kleineren Mahlzeiten und wachsender Abhängigkeit von humanitärer Hilfe. Auch die Bildung ist gestört: 84 Schulen in den Provinzen Western, Choiseul und Guadalcanal sind beschädigt, was fast 15.800 Schüler betrifft. UNICEF und Partner richten provisorische Lernräume ein und verteilen Notfall-Schulmaterial.
Zyklon Maila ist Teil einer breiteren Welle von Extremwetter im Pazifik. Bereits im April führte Taifun Sinlaku in den Föderierten Staaten von Mikronesien nach Schäden an Häusern, Infrastruktur und Wassersystemen zu einem Notstand.
„Dies ist eine weitere Erinnerung daran, dass extreme Wetterereignisse häufiger und unberechenbarer werden“, sagte Iori Kato, Regionaldirektor für Asien und den Pazifik bei der Internationalen Organisation für Migration der UN. „Ohne nachhaltige Investitionen in Vorbereitung und Frühwarnsysteme drohen der Region verheerende menschliche und wirtschaftliche Kosten. Dies ist ein kritisches Zeitfenster für Maßnahmen.“ Mit anderen Worten: Der Pazifik schickt eine sehr teure, sehr nasse Notiz.