Wie sich herausstellt, sind die Kosten für einen herzlichen Abschied am Flughafen gestiegen. Eine neue Analyse des RAC zeigt, dass die Drop-off-Gebühren an den verkehrsreichsten Flughäfen Großbritanniens seit letztem Sommer um durchschnittlich ein Drittel gestiegen sind. Von den 20 befragten Flughäfen haben 16 ihre Preise erhöht, wobei London Gatwick und Stansted mit satten 10 Pfund für das Privileg, nah am Terminal vorzufahren, die Spitze anführen.

In Gatwick bekommt man für 10 Pfund 10 Minuten kostbare Bordsteinkante – eine „Verabschiedungsgebühr“, wie der RAC sie treffend nennt. Stansted bietet für denselben Preis etwas großzügigere 15 Minuten. Aber die wahre Krone für Preistreiberei geht an den London City Airport, der dieses Jahr mit der Erhebung von Gebühren begann: 8 Pfund für fünf Minuten, was einem geldbeutelzerreißenden 1,60 Pfund pro Minute entspricht. Zum Vergleich: Keiner der Top-10-Flughäfen in der EU verlangt einen einzigen Penny für Drop-offs.

Airports UK, der Branchenverband, verteidigt die Gebühren als Teil ihrer Geschäftsmodelle und Klimaschutzziele. Ein Sprecher von Gatwick sagt, die Gebühren zielten darauf ab, „Kiss-and-Fly“-Fahrten zu unterbinden, und hätten Passagiere erfolgreich zu öffentlichen Verkehrsmitteln gedrängt. Aber Rod Dennis vom RAC lässt das nicht gelten und merkt an, dass ein gefangenes Publikum keine Entschuldigung für diese Gebühren sei, insbesondere wenn sie im Widerspruch zur globalen Praxis großer Flughäfen stünden. Er warnt Fahrer vor schrankenlosen „Park now, pay later“-Zonen, wo das Vergessen der Online-Zahlung zu einem Parkticket führen könne.

Clive Wratten vom Business Travel Association weist derweil darauf hin, dass die Rechtfertigungen ständig wechseln: erst Umwelt, dann Stau, dann Finanzierung neuer Strecken, und jetzt offenbar Steuerausgleiche. „Die Torpfosten wurden so oft verschoben, dass die Glaubwürdigkeit jeder Rechtfertigung längst dahin ist“, sagt er.

Wenn Sie ein paar Pfund sparen wollen, empfiehlt der RAC, nach günstigeren oder kostenlosen Alternativen zu suchen – wie Langzeitparkplätze mit Shuttlebussen, die Gatwick und andere anbieten. Inhaber eines Behindertenausweises sind oft befreit, und öffentliche Verkehrsmittel könnten Ihre beste Wahl sein. Oh, und behalten Sie die Uhr im Auge: Wenn Sie Ihre Willkommenszeit überschreiten, zahlen Sie möglicherweise mehr als nur emotionales Gepäck.