Gloria Gaynor, die Königin der Disco-Überlebenshymnen, hat uns mit einer Playlist beglückt, die gleichermaßen herzergreifend, nostalgisch und entzückend kleinlich ist. Die 80-jährige Sängerin, bekannt für ihren Hit "I Will Survive" von 1978, führte The Guardian durch die Songs, die ihr Leben geprägt haben – vom ersten Lied, das sie fühlen ließ, bis zu dem, das sie absolut nicht hören kann, ohne an ihren Ex-Mann zu denken.

Aufgewachsen in Newark, New Jersey, mit fünf Brüdern und einer Schwester, begann Gaynors musikalische Reise früh. Sie erinnert sich, wie ihre Mutter "Willow Weep for Me" sang, als sie fünf oder sechs war, und wie tief sie von der Traurigkeit bewegt war. Ihr erster Single-Kauf war "Why Do Fools Fall in Love" von Frankie Lymon & the Teenagers, das sie im Radio hörte. Eine Nachbarin hörte sie im Flur singen und hielt sie für das Radio – ein Moment, der Gaynor überzeugte, dass sie zum Singen bestimmt war.

Und Karaoke? Sie hat es nur einmal gemacht, vor etwa 20 Jahren zu ihrem Geburtstag. Jemand forderte sie auf, aufzustehen und "I Will Survive" zu singen, als ob sie betrunken wäre. Ihr Gedanke: "Wenn du es schon tust, kannst du dich genauso gut reinhängen." Sie tat es und meisterte es.

Gaynor kennt unerklärlicherweise jeden Text von Alicia Keys' "Every Little Bit Hurts" und fühlt mit der Geschichte unerwiderter Liebe aus ihrer eigenen Jugend. Für Partys empfiehlt sie Beyoncés "Crazy in Love" feat. Jay-Z – ein lustiger Song, der einen sofort in Bewegung bringt. Für Sex wählt sie Marvin Gayes "Let's Get It On" wegen seines sexy Grooves und des richtigen Tempos.

Der Song, den sie nicht mehr hören kann, ist "Heaven Must Be Missing an Angel" von Tavares, weil ihr Ex-Mann ihn ihr immer vorsang. Jetzt ist er für immer ruiniert. Der Song, der ihr Leben veränderte, war "Never Can Say Goodbye", ihr erster großer Hit, der sie vom Träumen zum Leben des Traums brachte. Ihre Morgenhymne ist das Gospel-Lied "Great Is Thy Faithfulness", speziell Carrie Underwoods Version. Der Song, der sie zum Weinen bringt, ist "Amazing Grace" – ihre eigene Version, die ihr letztes Album eröffnet, erinnert sie an Gottes Gnade, die sie durchs Leben trägt.

Für ihre Beerdigung wünscht sich Gaynor "I Want to See You", einen Song, den sie über das Wiedersehen im Himmel schrieb. Denn wenn jemand weiß, wie man eine Botschaft hinterlässt, dann die Frau, die der Welt das Überleben beigebracht hat.

Gloria Gaynor headlinet Boogietown in Walton-on-Thames am 11. Juli.