In einem Schritt, der darauf hindeutet, dass die australische Regierung endlich bemerkt hat, dass Gasfirmen den heimischen Markt wie eine Nebensache behandeln, müssen Gasexporteure nun 20 % ihrer Exporte für den lokalen Verbrauch zurückhalten. Das Reservierungsschema, das am Donnerstag als Teil einer umfassenderen Überarbeitung der Vorschriften für den Gassektor angekündigt wurde, zielt darauf ab, die Versorgung zu sichern und die Preise für Haushalte und Unternehmen an der Ostküste zu senken.
Ab dem 1. Juli 2027 müssen die drei großen Gasexporteure in Queensland das Äquivalent von 20 % ihrer Exportmengen für Kunden an der Ostküste reservieren. Um eine Genehmigung für den Verkauf auf dem internationalen Spotmarkt zu erhalten, müssen sie dem Bundesminister für Rohstoffe nachweisen, dass sie ihre inländischen Versorgungspflichten erfüllt haben. Die 20-%-Vorgabe liegt bequem in der Mitte der Spanne von 15 % bis 25 %, die die Regierung seit der Ankündigung ihrer Verpflichtung zu einer Gasreserve am 22. Dezember in Betracht gezogen hatte. Vor diesem Datum unterzeichnete Verträge sind ausgenommen, denn nichts sagt 'Fairness' so sehr wie Bestandsschutzklauseln.
Der Minister für Klimawandel und Energie, Chris Bowen, sagte, die gesetzliche Anforderung werde ein 'bescheidenes Überangebot' an Gas an der Ostküste schaffen und helfen, prognostizierte Engpässe zu vermeiden und 'Abwärtsdruck' auf die Preise auszuüben. Dies geschieht ein Jahrzehnt, nachdem LNG-Exporte von der Ostküste den heimischen Markt mit dem internationalen Markt verknüpft, die Preise verdreifacht und australische Kunden externen Schocks wie dem Krieg Russlands in der Ukraine ausgesetzt haben. Rohstoffministerin Madeleine King erklärte: 'Unser Gasmarkt wird nicht länger Geisel der internationalen Märkte sein', während sie gleichzeitig die Abschaffung des sogenannten 'Gas-Triggers' ankündigte, der Exporteure zwingen könnte, Vorräte für den heimischen Gebrauch zurückzuhalten – denn nichts sagt 'Geiseln befreien' wie das Entfernen eines Sicherheitsnetzes.
Die Eingriffe erfolgen, während die Bundesregierung wachsendem Druck widersteht, eine 25-prozentige Steuer auf Gasexporterlöse einzuführen. Premierminister Anthony Albanese hat eine neue Steuer auf bestehende Verträge im nächsten Bundeshaushalt ausgeschlossen, teilweise um einen Aufschrei von asiatischen Handelspartnern zu vermeiden, auf die Australien für Treibstoff inmitten des globalen Ölschocks angewiesen ist. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der Optionen für eine neue Gassteuer prüft, soll am Donnerstag seinen Abschlussbericht vorlegen, was für eine interessante Lektüre sorgen dürfte.