Die US Space Force klopft sich selbst auf die Schulter, weil sie der Geschwindigkeitsdämon des Pentagons sei, aber ein neuer Bericht des Government Accountability Office deutet darauf hin, dass sie immer noch über die gleichen alten Beschaffungshürden stolpert. Die jährliche Bewertung des GAO, veröffentlicht am 2. Juli, untersuchte über 100 große Verteidigungsprogramme, darunter 13 Beschaffungen der Space Force, und stellte fest, dass die Space Force zwar bei einigen Satellitenprojekten Fortschritte macht, aber mit langsamen Zeitplänen, Kostensteigerungen und Personalmangel kämpft, die nationale Sicherheitsstarts gefährden. Die breitere Schlussfolgerung des Berichts: Trotz Beschaffungsreformen und ausgefallener neuer Beschaffungswege braucht das Pentagon immer noch zu lange, um große Waffensysteme einzuführen, weil Programme mit unreifer Technologie beginnen und an veralteten Praktiken festhalten.

Zu den größten Problembereichen gehört die Next Generation Overhead Persistent Infrared (Next Gen OPIR) geosynchrone Raketenwarnkonstellation, gebaut von Lockheed Martin. Das GAO schätzt ihre Beschaffungskosten auf 9,5 Milliarden Dollar und stellt fest, dass sie erhebliche Kostensteigerungen erfahren hat, mit einem Überschuss von rund 340 Millionen Dollar beim Nutzlast-Subunternehmer aufgrund von Software- und Ingenieursproblemen. Der erste Satellit wurde im Januar fertiggestellt, aber sein Start ist auf Eis gelegt, weil er der Vulcan-Rakete von United Launch Alliance zugewiesen ist, die nach einer Anomalie am Boden bleibt. Vulcan soll später in diesem Jahr wieder fliegen – Daumen drücken.

Die begleitende Next Gen OPIR Polar-Konstellation, gebaut von Northrop Grumman, wird auf 5,9 Milliarden Dollar geschätzt und soll 2028 starten – es sei denn, Haushaltskämpfe töten sie zuerst. Der Haushaltsvorschlag der Trump-Administration für das Geschäftsjahr 2027 strich die Finanzierung, aber die Haushaltsausschüsse des Repräsentantenhauses und des Senats haben sie vorübergehend wiederbelebt.

Das Protected Tactical Satcom-Global-Programm, ein kommerziell-militärisches Kommunikationsprojekt, steht ebenfalls unter Beobachtung. Die Space Force entschied sich, zwei Testsatelliten von SES und Viasat zu kaufen, anstatt vier Produktionsmodelle. Das GAO schätzt die Kosten des Programms auf 2,9 Milliarden Dollar für 24 Satelliten, warnt aber, dass die Integration kommerzieller Technologie Schnittstellenprobleme verursachen könnte, die die Kosten erhöhen oder Zeitpläne verzögern.

Dann ist da noch das Next Generation Operational Control System (OCX), ein von Raytheon gebautes Bodensystem für GPS, das zum Paradebeispiel für Softwareverzögerungen und Kostenüberschreitungen wurde. Das GAO enthüllte, dass Pentagon-Führungskräfte Ende 2025 beschlossen, OCX zu kündigen, Monate vor der öffentlichen Ankündigung im April 2026. Der Beschaffungsverantwortliche der Air Force empfahl stattdessen die Modernisierung des bestehenden GPS Operational Control Segment.

Schließlich steht die Startinfrastruktur der Space Force vor einem doppelten Problem: einem starken Anstieg der Startaktivitäten und einer schrumpfenden Belegschaft. Da Vulcan am Boden bleibt und der Fehlschlag von Blue Origins New Glenn die Zertifizierung verzögert, sind derzeit nur SpaceX und ULA für nationale Sicherheitsstarts zertifiziert. Das NSSL-Programm plant etwa 50 Phase-2-Missionen bis zum Geschäftsjahr 2028 und rund 85 Phase-3-Missionen, aber Personalabgänge durch bundesweite befristete Rücktritte, Frühverrentungen und einen Einstellungsstopp reduzieren die Ingenieurs- und Überwachungsbelegschaft. Das GAO warnt, dass diese Vakanzen langfristige negative Auswirkungen auf das Programm haben könnten.