Hörst du auch manchmal ein tiefes, anhaltendes Summen, das sonst niemand zu bemerken scheint? Herzlichen Glückwunsch – du bist Teil eines exklusiven Clubs, zu dem schätzungsweise 2 bis 4 Prozent der Weltbevölkerung gehören. Seit Jahrzehnten versuchen Forscher herauszufinden, was dieses Phänomen, schlicht "Das Brummen" genannt, verursacht.

Für manche ist das Brummen eine leichte Belästigung. Für andere ist es ein Ganzkörpererlebnis, das körperliche Beschwerden oder Unwohlsein verursachen kann – wie ein vibrierender Geist, den nur du spüren kannst. Das Geräusch ist drinnen am deutlichsten, besonders nachts, wenn du versuchst zu schlafen. Du schaust vielleicht nach draußen nach einem LKW oder einer Maschine, aber nein – es ist nur die Leere, die zurückbrummt. Und um es noch seltsamer zu machen: Andere im selben Raum hören vielleicht gar nichts.

Das Brummen machte erstmals Mitte der 1970er Jahre in Bristol, England, Schlagzeilen, als der Bristol Evening Post eine Flut von Leserbriefen mit der Frage "Was ist das für ein Geräusch?" erreichte. Eine Theorie verwies auf Industrieventilatoren in einem Kaufhauslager, aber die Berichte hörten auch nach der Schließung des Lagers nicht auf. Natürlich nicht. Ähnliche Berichte tauchten in Küstenstädten wie Hythe, Plymouth, Southampton und Swansea sowie in London auf. In den 1990er Jahren überquerte das Phänomen den Atlantik und zeigte sich in Taos, New Mexico, und Kokomo, Indiana. Seitdem wurde es in Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und mehreren europäischen Städten dokumentiert – meist in dicht besiedelten Gebieten, denn selbst Geheimnisse bevorzugen Gesellschaft.

Der kanadische Lehrer Glen MacPherson hörte das Brummen zum ersten Mal, als er an der Westküste Kanadas lebte. Nachdem er in eine andere Stadt derselben Region zog, verschwand es. Aus Neugier startete er 2012 das World Hum Map and Database Project, wo Menschen ihre Brummerfahrungen melden können. Denn wenn man das Brummen nicht besiegen kann, kartiert man es.

Vorgeschlagene Erklärungen für das Brummen reichen vom Plausiblen (akustische Verschmutzung durch Wärmepumpen, Straßenverkehr oder Windräder) bis zum Unterhaltsamen (CIA-Gedankenspiele, Aliens). Auch die Natur trägt mit niederfrequenten Geräuschen von Meereswellen und Wind bei. Doch eine neue Studie der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) legt nahe, dass die Antwort weniger aufregend sein könnte – und eher im Kopf steckt.

Unter der Leitung von Professor Markus Drexl untersuchten die Forscher 28 Menschen in Deutschland, die von einem unerklärlichen Brummen berichteten. Sie testeten zwei Haupthypothesen: Erstens, dass das Brummen ein externes, messbares Geräusch ist, und zweitens, dass es intern erzeugt wird. Niederfrequente Töne haben lange Wellenlängen, was sie schwer ortbar macht – selbst wenn es extern ist, viel Glück bei der Quellensuche.

Die meisten Teilnehmer hatten keine außergewöhnliche Hörfähigkeit für tiefe Frequenzen. Nur zwei zeigten eine überdurchschnittliche Empfindlichkeit bei bestimmten Frequenzen. "Obwohl die getestete Gruppe klein war, bedeutet es dennoch, dass die Hypothese eines besonders guten Gehörs für niederfrequente Töne für die meisten Menschen nicht zutrifft", sagte Drexl. Er merkte jedoch an, dass Standard-Hörtests winzige Variationen der Hörschwelle übersehen könnten – wie die Fähigkeit, ein sehr spezifisches 50-51 Hz Brummen zu hören, das sonst niemand kann.

Die zweite Hypothese betraf otoakustische Emissionen: leise Töne, die natürlicherweise von der Hörschnecke im Innenohr erzeugt werden, normalerweise zwischen 500 und 5000 Hertz. Die meisten Menschen hören diese nicht, aber manche können es – und wenn sie es tun, wird es möglicherweise als belastender Tinnitus wahrgenommen. Die Forscher testeten auf diese Emissionen, fanden aber, dass sie das niederfrequente Brummen für die meisten Teilnehmer nicht erklärten.

Bleibt niederfrequenter Tinnitus. "Dann gibt es Menschen, die etwas hören, das nicht objektiv gemessen werden kann. Wir glauben, dass Menschen in dieser Kategorie eine Form von niederfrequentem Tinnitus haben", sagte Drexl. Tinnitus ist die Wahrnehmung von Geräuschen ohne externe Quelle – wie ein Phantom-Klingelton, der nie aufhört. Menschen denken oft zunächst, das Geräusch komme aus ihrer Umgebung, aber wenn es an verschiedenen Orten anhält, erkennen sie, dass es alles in ihrem Kopf ist. Buchstäblich.

Basierend auf der Studie glaubt Drexl, dass die wahrscheinlichste Erklärung für die meisten Betroffenen entweder eine ungewöhnlich empfindliche Hörfähigkeit für bestimmte tiefe Frequenzen oder eine Form von niederfrequentem Tinnitus ist. Beides ist weit weniger aufregend als außerirdische Kommunikation oder geheime Regierungsexperimente. Aber hey, wenigstens weißt du jetzt, dass du nicht verrückt bist – nur deine Ohren sind Idioten.