In einer atemberaubenden Demonstration medizinischen Hausverstands, die sicherlich einige Federn in der Sterbehilfe-Lobby zerzausen wird, hat sich der Transplantationschirurg und ehemalige Labour-Minister Zubir Ahmed in die Debatte eingemischt – mit einem einfachen Vorschlag: Vielleicht sollten wir die Versorgung Sterbender verbessern, bevor wir ihnen beim Sterben helfen.
Ahmed, der sein Berufsleben damit verbracht hat, Menschenleben in seinen Händen zu halten – buchstäblich, als Gefäß- und Transplantationschirurg –, hat die Angst gesehen, die den Gedanken an das Sterben umgibt, und den verzweifelten Wunsch von Patienten und Familien, unnötiges Leiden zu vermeiden. Natürlich wollen wir alle Freundlichkeit und Respekt für Sterbende, aber Ahmed besteht darauf, dass wahres Mitgefühl uns zwingt, eine grundlegendere Frage zu stellen: Was für eine Gesellschaft bauen wir auf, wenn wir, bevor wir die Systeme zur Fürsorge repariert haben, ein System einführen, das darauf ausgelegt ist, Menschen beim Sterben zu helfen?
Das ist ein berechtigter Punkt. In England und Wales ist der Zugang zu angemessener Palliativversorgung, sagen wir mal, lückenhaft. Zu viele Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen, erhalten nicht die Unterstützung, die sie brauchen, und Ahmed argumentiert, dass der Wunsch eines Menschen zu sterben davon geprägt sein kann, ob er Zugang zu dieser Versorgung hat. Mit anderen Worten: Bevor wir Sterbehilfe als Lösung anbieten, sollten wir sicherstellen, dass die Standardoption kein Leiden beinhaltet.
Ahmed, der vom 6. September 2025 bis zum 12. Mai 2026 als parlamentarischer Unterstaatssekretär im Gesundheits- und Sozialministerium tätig war, weiß einiges über die inneren Abläufe des NHS. Seine Botschaft ist klar: Lasst uns nicht das Pferd von hinten aufzäumen, besonders wenn das Pferd eine Einbahnstraße ins Jenseits ist.
Während die Debatte also tobt, ist Ahmeds Rat einfach: Erst die Versorgung verbessern, dann das Gespräch führen. Denn, wie er so treffend bemerkt, die Art von Gesellschaft, die wir aufbauen, hängt von der Reihenfolge ab, in der wir die Dinge tun. Und idealerweise sollten wir eine Gesellschaft aufbauen, in der Menschen sich nicht gezwungen fühlen, den Tod zu wählen, weil die Alternative unerträglich ist.
The Good Times
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