Amazon-Kunden wachten am Freitag zu einer E-Mail auf, die sich weniger wie ein freundliches Update und mehr wie ein juristischer Hinterhalt anfühlt. Das Unternehmen änderte stillschweigend seine Geschäftsbedingungen und fügte eine verbindliche Schiedsklausel und einen Verzicht auf Sammelklagen hinzu. In einem Schritt, der nur als 'schnell und effizient' für Amazon bezeichnet werden kann, stimmen Kunden nun zu, Streitigkeiten ohne jemals einen Richter oder eine Jury zu sehen, beizulegen, es sei denn, sie haben das Glück, vor ein Kleingericht zu kommen, wo die potenzielle Auszahlung ungefähr den Kosten eines anständigen Gebrauchtwagens entspricht.

Das neue Juristendeutsch, das nun stolz auf der Seite mit den rechtlichen Richtlinien von Amazon präsentiert wird, erklärt, dass jede Streitigkeit, die 'in irgendeiner Weise' mit Amazon-Diensten oder -Produkten zusammenhängt - einschließlich Artikeln, die von Drittanbietern über die Website verkauft werden - durch verbindliche Schiedsverfahren und nicht vor Gericht beigelegt wird. Und nur für den Fall, dass Sie dachten, Sie könnten sich mit anderen verärgerten Käufern zusammenschließen, macht der Verzicht auf Sammelklagen diesen Traum zunichte: Schiedsverfahren werden 'nur auf individueller Basis' durchgeführt, ohne Sammel- oder Vertreterklagen. Öffentliche Unterlassungsansprüche? Vergessen Sie es.

Dies ist nicht der erste Rodeo von Amazon mit solchen Bedingungen. Das Unternehmen zog ähnliche Formulierungen im Jahr 2021 heran, um sich gegen Datenschutzklagen im Zusammenhang mit Alexa und Echo-Lautsprechern zu wehren, und es sah sich Sammelklagen wegen Rücksendungen und Prime-Mitgliedschaft gegenüber. Anstatt diese Fälle vor Gericht zu bringen, bevorzugt Amazon nun Massenschiedsverfahren - ein Prozess, bei dem einzelne Ansprüche gebündelt, aber nicht als Klasse behandelt werden, was sich sehr nach dem weniger lustigen Cousin der Sammelklage anhört.

Aber halten Sie Ihre Pferde, Kläger. Die Vereinbarung könnte vor Gericht nicht Bestand haben. Kläger und ihre Anwälte können immer noch Sammelklagen einreichen, und ein Richter könnte entscheiden, sie zuzulassen, und Amazon möglicherweise sagen, es solle seine Schiedsklausel sonstwohin stecken. Vorerst sollten Amazon-Käufer jedoch vielleicht zweimal nachdenken, bevor sie beim nächsten Einkauf auf 'Zustimmen' klicken.