Einwechselspieler Amad Diallo entschied, dass Warten bis zur 90. Minute der dramatischste Zeitpunkt für ein Tor sei, und bescherte der Elfenbeinküste einen 1:0-Sieg über Ecuador im Auftaktspiel der Gruppe E.

Diallos erster Schuss aus Wilfried Singos Flanke gab den Ivorern ihren ersten Weltcupsieg gegen einen südamerikanischen Gegner und beendete Ecuadors ungeschlagene Serie von 19 Spielen. Natürlich.

Das Tor setzte auch ein hübsches kleines Schlusslicht auf die blendende Leistung des 19-jährigen Yan Diomande, der die Elefanten punktgleich mit einer deutschen Mannschaft brachte, die zuvor Curacao mit 7:1 abgefertigt hatte. Nur so ein ganz normaler Dienstag.

Die Ivorer – die den jüngsten Kader dieser Weltmeisterschaft stellen – schienen keine Ideen mehr zu haben, bis Singo von seiner defensiven Position aus auf der rechten Seite Raum fand. Seine Flanke erreichte Diallo im Lauf, der 23-jährige Manchester-United-Spieler lenkte sie geschickt ins untere linke Eck und bescherte den Westafrikanern einen Traumstart in ihre erste WM-Endrunde seit 2014.

Ecuadors beste Chancen in der ersten Halbzeit kamen der lässigen Verteidigung der Elfenbeinküste zugute. John Yeboah und Alan Minda trafen in der 23. bzw. 30. Minute die Latte, weil das eben so läuft.

Aber die Elfenbeinküste wirkte im Ballbesitz besser, wobei Diomande Ecuadors linke Seite terrorisierte. In der 35. Minute nahm er den Ball im Mittelfeld auf, ließ Piero Hincapié an der Linie aussteigen und zog eine Flanke in den Lauf von Nicolas Pépés spätem Sprint zum Elfmeterpunkt. Pépé versuchte, einen zweiten Kontakt auf seinen bevorzugten linken Fuß zu bekommen, aber sein Schuss wurde letztlich geblockt. So nah, und doch so fern.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hätte Singo beinahe einen spektakulären Fallrückzieher aus Guéla Doués Flanke aufs Tor gebracht. Fast.

Die Elfenbeinküste startete gut nach der Pause, aber in der 68. Minute zwang ein gut getretener Schuss von Ecuadors Gonzalo Plata Yahia Fofana zu einer bequemen Parade. Nichts zu sehen hier.

Zuvor gab es mehr von Diomande. In der 52. Minute traf seine Flanke auf Elye Wahis schrägen Lauf, aber Wahis erster Schuss streifte die Latte. Und kurz nachdem er nach zwei Wechseln der Elfenbeinküste in der 56. Minute auf die linke Seite gewechselt war, dribbelte er zwischen Yeboah, Alan Franco und Moises Caicedo hindurch in den Strafraum, bevor er hoch abschloss. Drama, dein Name ist Diomande.

In einem Spiel, das in Fahrentfernung zu mehr als 600.000 ecuadorianischen Amerikanern ausgetragen wurde, die schätzungsweise in New York und New Jersey leben, dominierten La-Tricolor-Fans die Atmosphäre, gingen aber enttäuscht nach Hause. Denn das ist Fußball, Leute.