Stecker-Solaranlagen haben gerade ihren großen Auftritt. Sie sind billig, einfach zu installieren und versprechen, die Haushaltsrechnungen drastisch zu senken. Doch mehrere britische Branchenverbände – darunter der Elektroinstallateur-Verband, Electrical Safety First, die Institution of Engineering and Technology sowie die Zertifizierungsstellen NICEIC und SELECT – haben eine gemeinsame Warnung zu dieser Technologie herausgegeben und sechs Sicherheitsbedenken genannt, die darauf hindeuten, dass der Weg zum billigen Solarstrom mit guten Vorsätzen und fragwürdiger Verkabelung gepflastert sein könnte.

Fangen wir mit den Grundlagen an: Stecker-Solaranlagen verbinden Paneele mit einem Mikrowechselrichter, der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt und über eine normale Steckdose ins Haus einspeist. Kein Speicher, bescheidene Leistung, aber hey, es hält vielleicht den Router am Laufen. Das erste Problem? Strom, der in beide Richtungen fließt, kann Fehlerstromschutzschalter (RCDs) durcheinanderbringen – die Sicherheitsschalter, die den Strom abschalten, wenn sie ein Leck erkennen. Die Verbände verweisen auf einen Todesfall in Australien, der mit einem solchen Versagen in Verbindung gebracht wird, obwohl australische Aufsichtsbehörden anderer Bundesstaaten anderer Meinung sind.

Dann ist da die Brandgefahr. Über die Hälfte des britischen Wohnungsbestands ist über ein Jahrhundert alt, was bedeutet, dass die Verkabelung schon bessere Jahrzehnte gesehen hat. Der Anschluss mehrerer Solareinheiten könnte zu lokaler Überhitzung führen, besonders in Kabeln, die bereits müde sind. Die Verbände sorgen sich auch um billige Produkte, die den Markt überschwemmen – wie Kits mit abgeflachten Kabeln, die unter Türen durchgeschoben werden sollen, was einem Heimwerker vielleicht clever erscheint, aber jeden qualifizierten Elektriker zum Gläschen greifen lässt.

Netzbetreiber können den Strom dieser Einheiten weder überwachen noch steuern, was die Netzstabilität beeinträchtigen könnte. Und wenn das Netz ausfällt, schalten Mikrowechselrichter möglicherweise nicht schnell genug ab und speisen unerwünscht Strom zurück. Dann ist da der Haftungskopfschmerz: Wie werden Versicherer auf Schäden durch selbst installierte Hardware reagieren? Vermieter, Mieter und Versicherer bleiben in einer Grauzone.

Schließlich die Verbraucher, wie sie nun mal sind: Verlängerungskabel, Adapter und allgemeine Sparsamkeit könnten Stolperfallen durch schlecht verlegte Kabel schaffen oder schlimmer noch: Solarpaneele auf Balkonen, die in belebte Straßen fallen. „Ein schlecht reguliertes Schnäppchenprodukt mag kurzfristig die Rechnungen senken, aber es kann auch Risiken auf Haushalte, Rettungsdienste, Versicherer, Netzbetreiber und letztlich die Regierung abwälzen“, warnen die Verbände und fügen hinzu, dass eine „übereilte Einführung das Vertrauen in die Energiewende schwächen könnte“.

Andere in der Branche weisen darauf hin, dass Solarmodule brennbare Materialien, Zündquellen und zusätzliches Gewicht auf Balkone und Hochhäuser bringen. Großbritannien hat einige der strengsten Elektrostandards weltweit, daher sind diese Bedenken nicht nur Bauchschmerzen. Und angesichts der Flut von Schrottladern und Powerbanks im Internet scheinen Stecker-Solaranlagen bereit, sich den Produkten anzuschließen, die billig, praktisch und leicht beängstigend sind.

Wenn Sie in einem alten Haus wohnen, überhitzende Verkabelung haben, Ihr Kit bei einem zwielichtigen Händler gekauft haben oder den Verdacht haben, dass Ihre Installationsfähigkeiten mangelhaft sind, rufen Sie vielleicht einen Elektriker. Ihr Geldbeutel mag ein paar Pfund sparen, aber das elektrische System Ihres Hauses sollte nicht den Preis zahlen müssen.