Trauer, Friedhöfe und Boeing: Ein Vater-Sohn-Dokumentarfilm findet Trost an einer Absturzstelle
Ein Vater und ein Sohn verwandeln einen Flugzeugabsturz in einen Dokumentarfilm über Trauer, Gemeinschaft und Unternehmensverantwortung – denn nichts sagt ‚Heilung‘ wie ein 10-Meter-Krater und viele Kebero-Trommeln.
Es war, sagt Teboho Edkins, „ein Film, den ich nicht machen wollte.“ Am 10. März 2019 war sein Bruder Max unter den 157 Menschen, die getötet wurden, als Ethiopian-Airlines-Flug ET302 Minuten nach dem Start abstürzte. Einen Dokumentarfilm über die Katastrophe zu machen, schien unmöglich: „Es ist kein sexy Thema. Zuerst wollte ich es wirklich gar nicht tun.“
Aber Vater Don Edkins, ein Filmemacher und Anti-Apartheid-Aktivist, hatte den Rat eines Therapeuten: „Versuche, dein kreatives Talent zu nutzen, um damit umzugehen.“ Also machten sie An Open Field, einen kurzen Dokumentarfilm über Trauer – genauer gesagt, die Trauer der ländlichen orthodox-christlichen Tewahedo-Gemeinschaft, die auf der Absturzstelle lebt. „Sie haben einen sehr strukturierten Trauerprozess“, sagt Don. „Wir fanden das sehr interessant, weil es uns bei unserer eigenen Trauer half.“
Der Film zeigt die 40-tägige Trauerzeit der Gemeinschaft, gefolgt von sieben Jahren Jahrestagen, nach denen „die Heilung beginnt.“ Don besuchte sie jährlich, und „sie kamen zu Hunderten zum Jahrestag, um mit uns zu trauern.“ Der Film zeigt Männer, die singen, trommeln und wehklagen, besessen von Trauer. Teboho sagt: „Ich habe versucht, es nicht sehr dramatisch und emotional zu machen. Ich habe versucht, mich so weit wie möglich davon zurückzuziehen.“
Der Dokumentarfilm untersucht auch die ungelöste Forderung nach Gerechtigkeit gegenüber Boeing, deren 737 Max-Jet zweimal abstürzte – das zweite Mal, nachdem Lion-Air-Flug JT610 im Oktober 2018 189 Menschen tötete – beide verbunden mit dem MCAS-Flugsteuerungssystem. Don, aus einem aktivistischen Hintergrund, wollte „Unternehmensgier und Korruption“ konfrontieren. Teboho, abstrakter, suchte Trost. Die Spannung: „Ist es ein Film über Boeing oder nicht?“
Der Film interviewt den Vater des Piloten, Yared Getachew. Dr. Getachew Tessema, ein Chirurg, beschuldigt Boeing, die Schuld auf die toten Piloten zu schieben: „Sie bestanden darauf, [die Schuld] den Kapitänen zuzuschieben, weil sie sich nicht verteidigen können. Sie sind tot.“ Teboho bemerkt ein rassistisches Element in den westlichen Medien: „Es ist wie: ‚Afrikanische Fluggesellschaft, afrikanische Piloten, natürlich werden sie es vermasseln.‘“
BoEings Sprecher sagte: „Wir werden die verlorenen Leben nie vergessen… Ihre Erinnerung und die harten Lehren aus diesen Unfällen treiben uns jeden Tag an.“ Die Edkins hingegen sind in einer einzigartigen Position: „Wir haben nicht das Ganze passieren sehen. Wir haben es nur gefühlt.“
The Good Times
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