TAMPA, Florida – Der luxemburgische Betreiber OQ Technology hat angekündigt, im nächsten Jahr in Deutschland die direkte Satelliten-zu-Smartphone-Konnektivität mit dem Mobilfunkspektrum eines lokalen Anbieters zu testen – denn nichts sagt „hochmoderner Wettbewerb“ wie die Herausforderung von SpaceX‘ bereits laufenden weltraumgestützten Mobilfunkmasten.
Der Betreiber gab am 8. Juni eine Partnerschaft mit Telefónica Germany bekannt, um Zwei-Wege-Nachrichten- und Sprachfunktionen zwischen einem kleinen Satelliten, der in der ersten Jahreshälfte 2027 starten soll, und handelsüblichen, unveränderten Smartphones zu demonstrieren. Ihr Telefon wird also endlich an dieser einen toten Stelle auf der Autobahn funktionieren – vorausgesetzt, Sie sind bereit, drei Jahre zu warten.
Dieser Versuch würde den frühen Fortschritten von SpaceX bei der Direkt-zu-Gerät-Konnektivität folgen, die Mobilfunkspektrum von Partnern in mehreren Ländern nutzt, um Smartphones über rund 650 spezialisierte Starlink-Satelliten zu verbinden. Denn Elon Musk konnte sich nicht damit begnügen, das Internet aus dem Weltraum zu beherrschen; er musste auch noch Ihr Mobilfunksignal angreifen.
SpaceX hat kürzlich die Genehmigung erhalten, seinen Starlink-Mobilfunkdienst in Spanien zu testen, und hat eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom, dem heimischen Rivalen von Telefónica Germany, geschlossen, um ab 2028 nach dem Start verbesserter Satelliten in zehn europäischen Ländern D2D-Dienste der nächsten Generation anzubieten. Der Wettbewerb heizt sich auf, und mit „heizt sich auf“ meinen wir „zwei Unternehmen wetteifern jetzt darum, Ihr Telefon im Wald zum Laufen zu bringen“.
„Europa muss seine eigene souveräne und interoperable weltraumgestützte Mobilfunkinfrastruktur entwickeln“, sagte OQ-Technology-Gründer und CEO Omar Qaise, was wie eine direkte Herausforderung des amerikanischen Raumfahrt-Industriekomplexes klingt. „Diese Zusammenarbeit mit Telefónica Germany zeigt, dass europäische Betreiber und europäische Satellitenunternehmen gemeinsam Konnektivitätslösungen der nächsten Generation auf der Grundlage offener Standards, lizenzierter Frequenzen und vorhandener Smartphones aufbauen können.“
Übersetzung: Wir machen das, weil Europa sich nicht für alles auf Elon Musk verlassen will.
Die Demonstration würde das 2,6-Gigahertz-Spektrum von Telefónica Germany nutzen, sagte Qaise in einem Interview, das Teil einer Mittelband-Mobilfunkzuteilung ist, die auch anderswo weit verbreitet für terrestrische Kommunikation genutzt wird. „Wir werden viele Informationen darüber erhalten, wie die Abdeckung ist, wie man Interferenzen verwaltet [und] wie man solche Dienste optimiert“, sagte er, „was für die Regulierungsbehörden und Mobilfunkbetreiber wichtig ist.“ Denn Regulierungsbehörden lieben nichts mehr als Daten zur Interferenzverwaltung.
Die Daten werden OQ Technology auch dabei helfen, den besten Ansatz für eine mögliche Ausweitung von D2D-Diensten über Mobilfunkfrequenzen in der Zukunft zu bestimmen. Letztes Jahr hat das Unternehmen erfolgreich eine Test-Notfallnachricht an unveränderte Smartphones über Satelliten-S-Band-Spektrum gesendet, das seine Konstellation in niedriger Erdumlaufbahn derzeit nutzt, um proprietäre und Massenmarkt-IoT-Tracking- und Überwachungsgeräte zu verbinden.
OQ Technology hatte zuvor ein Roaming-Abkommen mit Telefónica Germany für IoT-Satellitenkonnektivität unterzeichnet, das globalen Umfang hat, aber davon abhängt, wo dem Satellitenbetreiber Marktzugang gewährt wurde. Denn selbst im Weltraum spielen Grenzen eine Rolle.
Das Unternehmen plant, 2027 ein spezielles S-Band-Raumfahrzeug für D2D zu starten, um die Fähigkeit mit unveränderten Smartphones weiter zu testen. Später in diesem Jahr plant es, die Smartphone-Konnektivität mit einem separaten Satelliten im C-Band zu testen, das eine größere Bandbreite als das S-Band für D2D verspricht. Die Nutzung von Mobilfunkspektrum würde einen weiteren Weg zur Leistungsverbesserung eröffnen und gleichzeitig Mobilfunkpartnerbetreibern ermöglichen, ihre Abdeckung mit Frequenzen und Kundenbeziehungen zu erweitern, die sie bereits haben.
In Zukunft plant OQ Technology den Einsatz von Multiband-Satelliten, um Mobilfunkbetreibern und Regierungen mehr Flexibilität über Märkte und Anwendungsfälle hinweg zu bieten. Der Plan ist, im nächsten Jahr nur einen Satelliten zur Demonstration von zellularem D2D in Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten Deutschlands einzusetzen. Das würde ausreichen, um kurze Kommunikationssitzungen zu testen, während der Satellit das Gebiet überfliegt, wie etwa eine mögliche fünf- bis zehnminütige Sitzung.