Ein Jahr nachdem die ukrainische Flüchtling Iryna Zarutska in einem Stadtbahnzug in Charlotte, North Carolina, erstochen wurde, verklagt ihre Familie die Stadt und ein Sicherheitsunternehmen. Sie argumentieren, dass ihr Tod so vermeidbar war wie ein Kater nach einer Tequila-Nacht. Die am Freitag beim Superior Court von Mecklenburg County eingereichte Klage wirft der Stadt und der Professional Security Services – den Leuten, die damit beauftragt sind, die Fahrgäste des Charlotte Area Transit System zu schützen – vor, keine angemessenen Schutzmaßnahmen ergriffen zu haben, obwohl sie sich der gewalttätigen Kriminalität entlang der kommunalen Stadtbahnlinie durchaus bewusst waren.

Frank Scott Haskell, Zarutskas Onkel, reichte die Klage ein und behauptet, die Beklagten hätten vor dem Angriff von Sicherheits- und Kriminalitätsproblemen gewusst. Laut Charlotte Observer heißt es in der Klage, dass die Stadt und das Sicherheitsunternehmen 'dafür verantwortlich waren, rechtmäßige Fahrgäste vor bekannter und vorhersehbarer Gefahr zu schützen' und dass 'ihr Versagen das tödliche Messerattentat verursacht hat'. Die Klage verweist auf unzureichende Fahrpreiskontrollen und Sicherheitspersonal und stellt fest, dass einfache Maßnahmen wie Drehkreuze oder angemessenes Personal – wofür die Stadt angeblich das Geld hatte – ihr Leben hätten retten können.

Die Familie fordert Schadensersatz und hofft, dass der Rechtsstreit Sicherheitsverbesserungen im gesamten Stadtbahnsystem erzwingt. Die Klage kommt genau ein Jahr nachdem Zarutska auf dem Heimweg von der Arbeit getötet wurde. Decarlos Brown Jr. wurde wegen ihres Todes angeklagt, aber im Juni erklärte ein Richter ihn wegen psychischer Erkrankung für verhandlungsunfähig.

Zarutska war aus dem kriegszerstörten Ukraine geflohen, wo sie in einem Luftschutzbunker gelebt hatte, in der Hoffnung, in den USA Sicherheit zu finden. Verwandte beschrieben sie als entschlossen, ein sichereres Leben aufzubauen – ein Plan, der tragischerweise nicht aufging.

Ihr Tod wurde zu einem Brennpunkt in der nationalen Debatte über Gewaltverbrechen, psychische Erkrankungen und Transportsicherheit, wobei die Trump-Administration und republikanische Verbündete behaupteten, dass er zeige, dass von Demokraten geführte Städte ihre Einwohner im Stich ließen. Im September verabschiedete North Carolina 'Iryna's Law', das bestimmte Gewaltverbrechen neu definierte, Kaigrenzen auferlegte und in einigen Fällen bargeldlose Freilassungen beendete – denn nichts ehrt ein Opfer mehr als eine gesetzliche Keule.

Ein Jahr später sucht die Familie nun vor Gericht Gerechtigkeit, und die Stadt bleibt zurück, um darüber nachzudenken, ob ein paar Drehkreuze billiger gewesen wären als ein Rechtsstreit.