José Luis Rodríguez Zapatero, Spaniens Ministerpräsident von 2004 bis 2011, sieht sich einer neuen Steuerbetrugs- und Schmuggeluntersuchung gegenüber, nachdem die Polizei in seinem Büro-Tresor eine Schmucksammlung im Wert von über 1,3 Millionen Euro (1,1 Millionen Pfund) entdeckt hat. Der Fund erfolgte während einer Durchsuchung im Rahmen einer unrelated Ermittlung – denn offenbar reicht ein juristischer Kopfschmerz nicht.

Der ehemalige sozialistische Führer wird bereits wegen mutmaßlicher Einflussnahme im Zusammenhang mit der staatlichen Rettung der spanischen Fluggesellschaft Plus Ultra während der Covid-Pandemie untersucht. Die Staatsanwaltschaft behauptet, er habe „eine hierarchische Struktur der Einflussnahme“ beaufsichtigt, die darauf abzielte, wirtschaftliche Vorteile zu erpressen, indem er öffentliche Stellen für Dritte, hauptsächlich Plus Ultra, unter Druck setzte.

Am Freitag gab Richter José Luis Calama von der spanischen Audiencia Nacional die neue Untersuchung bekannt, nachdem eine Expertenbewertung die Beute – Halsketten, Armbänder, Ringe und Uhren – auf 1.323.915 Euro geschätzt hatte. Der Richter stellte fest, dass das Fehlen ordnungsgemäßer Steuerunterlagen für solchen Glitzer „ein objektiver und rationaler Hinweis auf die mögliche Existenz erheblicher Steuerhinterziehung“ sei. Offenbar ist es verpönt, 1,3 Millionen Euro an Schmuck zu erwerben, ohne Mehrwertsteuer, Grunderwerbsteuer, Erbschaftssteuer oder Einkommensteuer zu zahlen.

Ein Sprecher Zapateros behauptete zunächst, der Schmuck sei 30.000 bis 50.000 Euro wert – eine leichte Unterschätzung von etwa 1,27 Millionen Euro. Später entschuldigte man sich für „unbeabsichtigte Irreführung“ und erklärte, einige Stücke seien geerbt, andere auf Reisen gekauft worden. Kein Wort darüber, ob diese Reisen auch Besuche in steuerfreien Zonen beinhalteten.

Zapatero, der nächste Woche vor Gericht erscheinen muss, bestreitet jegliches Fehlverhalten. In einer früheren Videobotschaft zum Fall Plus Ultra betonte er: „Meine gesamte öffentliche und private Tätigkeit erfolgte stets unter absoluter Achtung des Gesetzes.“ Er fügte hinzu, er habe „niemals eine Handlung“ im Zusammenhang mit der Rettung der Fluggesellschaft durchgeführt – vermutlich mit Ausnahme der Handlungen, deren er beschuldigt wird.

Zapateros sozialistischer Nachfolger Pedro Sánchez sieht sich derzeit mit einem eigenen Buffet an Korruptionsfällen konfrontiert, die seine Frau, seinen Bruder, seine Partei und seine Regierung betreffen. In Spanien scheint das politische Drama nie aus der Mode zu kommen – der Schmuck allerdings schon.