An seinem zweiten Tag als Zeuge wurde Elon Musk gegenüber dem OpenAI-Anwalt William Savitt gereizt und beschwerte sich, die Fragen seien „darauf ausgelegt, mich hereinzulegen.“ Denn nichts sagt „faires Verfahren“ wie einfache, direkte Fragen der Gegenpartei.

Musk verklagt OpenAI-Mitgründer Sam Altman und das Unternehmen mit der Behauptung, sie hätten die Non-Profit-Mission verraten, indem sie auf ein gewinnorientiertes Modell umschwenkten. OpenAI kontert, Musk sei nur eifersüchtig, weil er 2018 gegangen sei, und wolle nun mit seinem eigenen xAI-Startup einen Konkurrenten behindern. Musk, in dunklem Anzug und Krawatte, begann seine Aussage, während Altman und Mitgründer Greg Brockman aus der ersten Reihe zusahen.

Musk gab zu, dass er anfangs die Kontrolle über OpenAI haben wollte, aber erwartete, dass diese mit dem Zustrom von Investoren nachlassen würde. Er sagte, er habe sich für eine Non-Profit-Struktur zum Wohle der Allgemeinheit entschieden und bemerkte: „Das hätte ich mit OpenAI machen können, aber ich habe mich dagegen entschieden.“ Nun fordert er Milliarden an „rechtswidrigen Gewinnen“, um den Non-Profit-Zweig von OpenAI zu finanzieren, und will Altman abgesetzt sehen.

Savitt durchlöcherte Musks Altruismus-Argument, indem er darauf hinwies, dass Musk ein Jahr nach dem Erfolg von ChatGPT xAI als gewinnorientiertes Unternehmen gründete. Der 2024 eingereichte Fall zielt auch auf Microsoft ab, das Milliarden in OpenAI investierte. Musk spendete 38 Millionen Dollar an OpenAIs Non-Profit, was die Firma als „genau wie beabsichtigt ausgegeben“ bezeichnete.

In seiner Eröffnungsrede erklärte Musk: „Es ist nicht in Ordnung, eine Wohltätigkeitsorganisation zu bestehlen … Wenn es in Ordnung ist, eine Wohltätigkeitsorganisation zu plündern, wird das gesamte Fundament wohltätiger Spenden zerstört.“ Savitt konterte, Musk versuche nur, einen Konkurrenten zu schwächen, und habe zuvor versucht, OpenAI mit Tesla zu fusionieren. Altman wird voraussichtlich später aussagen. Der Prozess könnte Wochen dauern und hat weitreichende Auswirkungen auf die KI-Branche.