Olivier Rannous familienfreundlicher Spaghetti-Western beginnt mit unserem Helden, der so gestrandet und trostlos wirkt wie einer von Samuel Becketts Anti-Helden. Verdurstet und der Länge nach auf einem Tisch liegend, mit geknotetem Taschentuch auf dem Kopf, ist er in einer Wüste gestrandet, mit einer Wasserflasche voller Sand, einem verzweifelten Durst und ein paar menschlichen Skelettresten. Denn nichts sagt 'Spaß für die Kinder' wie existenzielle Angst und ein Hauch von Memento Mori.

Rannou, der auch das Bühnenbild entworfen hat, behält eine Kante existenzieller Angst, während er zunehmend clownesker wird. Durch Bewegung, Ausdruck und Ton zeigt er uns, dass dieser Cowboy ein gesuchter Mann ist, auf der Flucht, ringend mit den Gefahren seiner kargen, menschenleeren Umgebung. Da ist das halluzinatorische Geräusch von tropfendem Wasser, ein Kampf mit einer Klapperschlange und eine Schießerei in der Saloon-Bar – alles nur durch Pantomime und Clownerie dargestellt, mit Requisiten wie einer Schlange aus Schnur und Kakteen aus Holzbrettern. Denn warum echte Kakteen verwenden, wenn man Tischlerfähigkeiten und einen Hang zum Skurrilen hat?

Émilie Rougiers elektronische Kompositionen laden die Atmosphäre mit Gefahr auf und wechseln die Stimmung von hell zu dunkel. Manchmal klingt es wie ein elektrisches Didgeridoo, ein anderes Mal wie klimpernde Jahrmarktmelodien. Alan Floc'h und Alexandre Mussets Lichtdesign erzeugt eine unerbittlich gleißende Wüstensonne oder unheimliche Nacht, je nachdem, ob einem nach Hitzschlag oder Gänsehaut zumute ist.

Es ist komisch, cartoonhaft und brütend – ein Beckett'sches Gefühl des 'Besser-Scheiterns', während Rannou stoisch Road-Runner-artige Missgeschicke abwehrt. Produziert von der französischen Theaterkompanie Bakélite, ist es eine exzentrische und unterhaltsame Show. Rannou bringt eine großartige, lockere Körperlichkeit mit, obwohl einiges davon ziemlich abstrakt wirkt, und man fragt sich, wohin dieser Ein-Mann-Spaghetti-Western führt oder was er letztendlich aussagen will. Aber muss sich ein Mime jemals erklären?

Ein Höhepunkt ist die visuelle Verspieltheit des Bühnenbilds. Der ursprüngliche Tisch verwandelt sich in immer größere, aufwendigere Objekte, darunter ein hölzernes Pferd, das zum Leben erwacht und langsam von der Bühne trabt. Es wird alles vor unseren Augen zimmermannsmäßig konstruiert – ein entzückender Akt der Holz-Origami. Es amüsiert absolut, aber als wortlose Show, die sich nicht erklärt, ist es auch ziemlich verblüffend. Sehen Sie es sich im Church Hill Theatre in Edinburgh bis zum 11. August an und grübeln Sie über die Bedeutung von allem – oder genießen Sie einfach die Clownerie.