Neue Forschungsergebnisse haben ergeben, dass eine Verwerfungslinie südlich von Auckland, der größten Stadt Neuseelands, aktiv ist und ein Erdbeben der Stärke 6,8 auslösen könnte. Dies widerspricht dem lange gehegten lokalen Glauben, die Region sei weitgehend immun gegen starke seismische Aktivitäten. Die Mangatangi-Verwerfung, etwa 50 km südöstlich des Zentrums von Auckland entlang der Hunua-Bergkette gelegen, ist in den letzten 10.000 Jahren gebrochen, so eine im New Zealand Journal of Geology and Geophysics veröffentlichte Studie.
Der Geologe Dr. James Muirhead, Mitautor der Studie, warnte, dass ein Bruch der gesamten Verwerfung wahrscheinlich schwerwiegende Folgen für South Auckland und möglicherweise zentrale Gebiete hätte. Die Forschung ist die erste, die eine Verwerfungslinie in Auckland oder den Hunua-Bergen radiokarbondatiert hat, und zeigt, wie wenig über die seismische Geschichte der Region bekannt ist. Anna Kaiser, Chefwissenschaftlerin für Erdbebengefahren bei Earth Sciences NZ, merkte an, dass die Studie allein zwar das nationale seismische Gefahrenmodell nicht verändern werde, aber für die lokale Vorbereitung entscheidend sei.
Diese Entdeckung kommt, nachdem Aucklands Bürgermeister Wayne Brown 2023 erfolgreich bei der Regierung lobbyiert hatte, die Stadt von erdbebengefährdeten Bauvorschriften auszunehmen, mit der Begründung, es habe seit 100.000 Jahren keine signifikanten Erdbeben gegeben. Die Regierung gewährte die Ausnahme 2025, was bedeutet, dass keine Verstärkungsarbeiten erforderlich sind. Bürgermeister Brown wies die neue Forschung als „Unsinn“ zurück und behauptete, Aucklands Geologie sei anders. Muirhead deutet jedoch an, dass das Gefahrenrisiko der Stadt „deutlich höher“ sein könnte als angenommen, und weitere Forschung nötig sei, um festzustellen, ob die aktuellen Bauvorschriften ausreichen. Der Minister für Bau und Konstruktion, Chris Penk, erklärte, dass eine einzelne Studie keine sofortige regulatorische Änderung rechtfertige.