Androgenetische Alopezie (AGA) – der schicke medizinische Begriff für den Haarausfall, der Millionen von Männern und Frauen langsam eine permanente Geheimratsecke oder eine glänzende Kopfhaut beschert – hat einen neuen potenziellen Gegner, und der sitzt seit über tausend Jahren in chinesischen Apotheken. Aktuelle Behandlungen wie Finasterid und Minoxidil wirken bei manchen, kommen aber mit Gepäck: Finasterid kann sexuelle Nebenwirkungen mit sich bringen, und Minoxidil hinterlässt oft gereizte Kopfhaut. Betreten Sie Polygonum multiflorum, eine Wurzel, die die traditionelle chinesische Medizin seit langem verwendet, um „Haare zu schwärzen und Essenz zu nähren“. Eine neue wissenschaftliche Übersichtsarbeit, veröffentlicht im Journal of Holistic Integrative Pharmacy, legt nahe, dass dieses Kraut Haarausfall aus mehreren Winkeln angreifen könnte, statt nur aus einem.

Die von Han bixian geleitete Übersichtsarbeit ergab, dass Polygonum multiflorum nicht nur auf das Hormon Dihydrotestosteron abzielt – den Hauptschuldigen an der Follikelschrumpfung –, sondern auch hilft, vorzeitiges Absterben der Follikelzellen zu verhindern und wichtige Regenerationswege wie Wnt und Shh zu aktivieren. Diese Wege helfen, Haarfollikel von der Ruhephase in das aktive Wachstum zu versetzen. Das Kraut könnte auch die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und so verhungernden Follikeln Sauerstoff und Nährstoffe zuführen. „Unsere Analyse verbindet alte Weisheit mit moderner Wissenschaft“, sagte Han und merkte an, dass Texte aus der Tang-Dynastie und später Wirkungen beschreiben, die perfekt mit der heutigen Haarbiologie übereinstimmen. „Moderne Studien bestätigen nun, dass dies keine Folklore ist; es ist Pharmakologie.“

Die Forscher betonen, dass die Zubereitung wichtig ist: Das Kraut muss ordnungsgemäß verarbeitet werden, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten, insbesondere da unverarbeitete Kräuter starke Verbindungen enthalten können. Obwohl die Beweise vielversprechend sind – aus Laborstudien, historischen Aufzeichnungen und begrenzten klinischen Beobachtungen – sind noch große Humanstudien erforderlich. Aber für jeden, der jemals eine Flasche Finasterid mit Misstrauen betrachtet hat, ist die Vorstellung, dass eine tausend Jahre alte Wurzel eines Tages eine sanftere Alternative bieten könnte, zumindest etwas, woran man sich festhalten kann.