Mindestens 12 Menschen sind getötet und Dutzende verletzt worden, als Waldbrände durch Nordalgerien wüten, denn offenbar kommt der Sommer in Nordafrika jetzt mit einer Portion Apokalypse daher. Die Zivilschutzbehörden meldeten Dutzende Brände in mehreren Provinzen entlang der nördlichen Küste des Landes, wobei mindestens 54 Menschen Verbrennungen erlitten – sechs von ihnen auf der Intensivstation, so Innenminister Said Sayoud am Mittwochabend.

Die Todesfälle ereignen sich, während Nordafrika unter einer schweren Hitzewelle schmilzt, wobei Tunesien und Algerien besonders betroffen sind. Sayoud bestätigte fünf Todesfälle in der Provinz Jijel, vier in Bejaia und drei in Tizi Ouzou. Er und Gesundheitsminister Mohamed Seddik Ait Messaoudene sind nach Bejaia geeilt, um die Löscharbeiten und Evakuierungsmaßnahmen zu 'bewerten', was eine schicke Art zu sagen ist: 'Es brennt, im wahrsten Sinne des Wortes.'

Viele Häuser in Bejaia und Jijel wurden evakuiert, und der lokale Sender Jijel News zeigte Aufnahmen von Anwohnern, die sich in einem Postamt zusammendrängten, während dicke Rauchwolken um sie herum aufstiegen – denn nichts sagt 'sicherer Hafen' wie ein Postamt unter Belagerung.

Feuerwehrleute kämpften am Mittwochabend gegen satte 69 Brände im ganzen Land. Die Region Bejaia kennt diese Prozedur bereits: Vor drei Jahren töteten Brände dort 30 Menschen. Und allein im letzten Monat wurden mindestens sechs Todesfälle auf Brände zurückgeführt, wobei die Einsatzkräfte im Juli mehr als 2.000 Brände in Algerien bekämpften. Warum auch nicht?

Algerien hat immer einige Sommerbrände, aber der Klimawandel macht sie zu einem wiederkehrenden Albtraum. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) stellt fest, dass extreme Hitze in Nordafrika mittlerweile üblich ist, das schneller erwärmt als jede andere afrikanische Subregion – 0,43 °C pro Jahrzehnt von 1991 bis 2025. Sogar Kamele fallen laut einer aktuellen Studie tot um. Ja, Kamele – die ultimativen Überlebenskünstler der Wüste – werfen das Handtuch. Wenn Sie also nach einem Zeichen suchen, dass die Lage schlecht ist, dann ist es das.