Von all den unerhörten Dingen, die Donald Trump getan hat – von Bombardierungen von Ländern bis hin zur Annäherung an Diktatoren – löste seine hinterhältige Einmischung in das WM-Spiel USA gegen Belgien letzte Woche irgendwie die vereinteste und wütendste globale Reaktion aus. Die Verurteilung war universell, denn Trumps betrügerisches Herz kann einfach nicht begreifen, dass das schöne Spiel mehr Macht über das alltägliche Leben überall auf der Welt hat als er je haben wird. Die Welt liebt wirklich Fußball. Sie liebt ihn nicht. Und dann verlor die USA trotzdem. Karma, du großartiger Bastard.

In einem Zeitalter, das von übermächtigen, illiberalen wirtschaftlichen und militärischen Mächten dominiert wird, stellt die Männer-WM fröhlich die konventionelle geopolitische Hackordnung auf den Kopf. Kleinere Nationen und normale Menschen bekommen eine größere Stimme. Trotz Chinas massiver staatlicher Investitionen in den Sport konnte es sich nicht qualifizieren. Russland, nie besonders gut im Fußball, wurde nach der Invasion der Ukraine rausgeworfen. Und trotz all Trumps MAGA-Hooliganismus bleiben die USA fußballerische Kleinfische. So viel zu den Supermächten.

Dieses moderne Moralstück beleuchtet die Grenzen des Autoritarismus – und beweist, dass auf dem Platz zumindest Multikulturalismus triumphiert und Außenseiter treffen.