Die britische Regierung hat Gemeinden und Schulen aufgefordert, sich endlich zusammenzureißen, wenn es darum geht, Jugendliche zu erfassen, die möglicherweise aus dem Arbeits- oder Bildungssystem fallen – und gibt zu, dass Tausende einfach vom Radar verschwunden sind. Offizielle Zahlen, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, zeigen, dass 32.100 junge Menschen im Alter von 16 bis 17 Jahren in England als NEET (Nicht in Bildung, Beschäftigung oder Ausbildung) eingestuft werden, aber von den lokalen Behörden nicht erfasst sind – was eine schicke Art ist zu sagen, dass niemand weiß, wo sie sind oder was sie tun. Bildungsministerin Bridget Phillipson schreibt nun an alle Gemeinden und fordert Verbesserungen, mit einem besonderen Seitenblick auf 26 Gemeinden, die den Status von 3 % oder mehr ihrer Jugendlichen nicht kennen. North Lincolnshire zum Beispiel fehlen Informationen zu fast der Hälfte seiner 16- und 17-Jährigen, während Dudley in den West Midlands über ein Fünftel aus den Augen verloren hat. Im Gegensatz dazu sind Londoner Bezirke wie Barnet und Ealing praktisch allwissend und vermissen weniger als einen von 50. Die Regierung veröffentlicht auch neue Leitlinien für Schulen, um potenzielle Abbrecher zu erkennen, bevor sie verschwinden – denn anscheinend war das nicht schon vorher Standardpraxis. Ein Bericht des früheren Gesundheitsministers Alan Milburn vom Mai warnte vor einer 'verlorenen Generation', da die NEET-Zahlen die Millionengrenze überschritten haben, und die offiziellen Gesamtstatistiken zeigen etwa 57.000 16- und 17-Jährige als NEET. Phillipson nannte es 'eine der entscheidenden Herausforderungen dieser Regierung' und fügte hinzu, dass eine genaue Erfassung 'keine Abhakübung ist, sondern der Unterschied zwischen einem jungen Menschen, der frühzeitig Unterstützung erhält, oder der völlig durchs Raster fällt'. Mit anderen Worten: Hört bitte auf, Jugendliche zu verlieren.